Teil eines Werkes 
11. Band, 1813 : historischer Roman : 2. Theil (1854) Achtzehnhundertdreizehn
Entstehung
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wirklich ein ausgezeichnetes, liebes Kind; ſo eine ächt mädchenhafte Natur, wie ſie ſein ſoll. Sie kümmert ſich den Kuckuck um diplomatiſche Verhandlungen und iſt zehnmal geſcheidter als die patriotiſche Schweſter. Seit der deutſche Patriotismus in den Dresdner Fa⸗ milien um ſich greift, hat das arme Kind manches harte Wort von der Anna zu hören, denn ſie iſt dem Kaiſer Napoleon, von dem ſie ſo viel Großthaten hat erzählen hören, mit ganzer Seele ergeben.

Reinhold hatte von dem Lobe Clärchen's wenig vernommen; noch immer ſtand die reizende Anna mit den dunkeln Locken vor ſeiner aufgeregten Phantaſie und dasjenige, was dem Mädchen der Bruder zum Vorwurf machte, verlieh ihr in Reinhold's Augen um ſo höhern Werth.

Als ſich die Beiden in dem Kreiſe der theetrin⸗ kenden Damen niedergelaſſen hatten, kam das Geſpräch bald auf die neuen morgenländiſchen Gäſte, die ſich dieſen Nachmittag vor Dresden hatten blicken laſſen. Die anweſenden Frauen und Mädchen waren erſtaun⸗ lich neugierig, und Ruffus trug den Rencontre mit der Koſakenvedette mit vieler Laune zu allgemeiner Ergötzlichkeit vor. Die Damengeſellſchaft beſtand faſt aus lauter Dresdnerinnen, welchen ein Koſak damals noch eine ganz außergewöhnliche Erſcheinung war.

Während Ruffus im beſten Erzählen war, und die Abenteuer des Nachmittags ſchönſtens ausſchmückte, trat der Hausherr, der in Ruheſtand verſetzte Geheim⸗ rath Günther, in's Zimmer.

Meine Damen, ſprach er,falls Ihnen noch nicht der Anblick eines ruſſiſchen Wachtfeuers, von denen wir ſo viel in den Zeitungen geleſen haben, geworden iſt, würde ich Sie ergebenſt bitten, ſich noch ein Stockwerk höher zu bemühen, von wo man die