Teil eines Werkes 
11. Band, 1813 : historischer Roman : 2. Theil (1854) Achtzehnhundertdreizehn
Entstehung
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Hier arbeitete man noch an den Vorbereitungen zur Sprengung des einen Brückenpfeilers. Mit ſtillem Ingrimm gingen Gotthard und Reinhold vorüber; Ruffus blieb ein Weilchen ſtehen und betrachtete die Operationen aus wiſſenſchaftlichem Geſichtspunkte. Als er die vorausgegangenen Freunde eingeholt hatte, ſprach er:

Das muß man den Franzoſen laſſen, als Inge⸗ nieure ſtellen ſie ihren Mann. Ich glaube nicht, daß, wenn's noch zur Sprengung kommt, die benachbarten Pfeiler verletzt werden. Monſieur Belmont, der die Arbeiten leitet, bot mir geſtern eine Wette an, daß nicht einmal die Laternen der nächſten Pfeiler zer⸗ ſpringen ſollten. Das wär' allerdings ein Meiſter ſtück.

Schweig von dieſem Schandmal fremder Tyran⸗ nei, brach Gotthard los.Es iſt militairiſch er⸗ wieſen, daß dieſe ſchändliche Zerſtörung eines der ſchönſten deutſchen Bauwerke nicht einmal etwas nützt. Blos barbariſche Zerſtörungswuth iſt es.

Ruffus wollte das nicht unbedingt zugeben. Man erreichte den Altmarkt. Noch einmal wandte ſich hier Gotthard an den Freund.

Ich gehe jetzt in unſere Verſammlung, ſprach er,wie ſoll ich es entſchuldigen, daß Du nie er⸗ ſcheinſt?

Wie Du willſt, erwiederte der Gefragte,Du kennſt mich, meine Anſichten und Gründe.

Auch mich, Bruder, bitte ich, heute zu entſchuldi⸗ gen, ſprach Reinhold,grüße die Freunde; ich bin zu Günther's geladen auf heut Abend.

Verläßt mich denn Alles? frug mit trübem Lä⸗ cheln Gotthard, reichte den Beiden die Hand und wandelte allein die Wilsdruffer Gaſſe entlang.

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