Teil eines Werkes 
11. Band, 1813 : historischer Roman : 2. Theil (1854) Achtzehnhundertdreizehn
Entstehung
Einzelbild herunterladen

19

Ganz recht, draußen in der Schlacht, antwor⸗ tete Ruffus;aber jetzt ſehe ich keinen Grund, mich unnützerweiſe wie ein Igel zuſammenzurollen, unnah⸗ bar Allem, was unter der ſchönen Sonne Frankreichs geboren iſt. Wie lange wird es dauern, und die Katzbalgerei beginnt von Neuem; ich bekomme meine lieben Bekannten vielleicht im Leben nicht wieder zu Geſicht. Warum ſoll ich ſie bereits jetzt für geſtor⸗ ben betrachten?

Es iſt immer ein Unterſchied zwiſchen Umgang und Umgang, belehrte Gotthard;auch unſer Al⸗ bert, die treue deutſche Seele ſteht in Verbindung mit den Fremdlingen, aber es iſt nur eine Art Con⸗ venienz, die ſeinen Patriotismus nicht compromit⸗ tirt. Es wird ihm nie in den Sinn kommen, den Trinkgelagen der Fremden beizuwohnen, ihre Lieder zu ſingen und auf Deutſchlands Unterdrücker anzu⸗ ſtoßen.

Hör' einmal, Freund, ſprach Ruffus,wenn Ihr Euern Patriotismus darnach meſſet, ob man in dieſem oder jenem Hotel ſoupirt, ſo weiß ich kaum, was ich davon halten ſoll. Was ſoll ich's leugnen, ein franzöſiſch Trinkgelag iſt mir lieber, als ein ächt germaniſches. Ich bin einmal über die academiſche Saufzeit hinaus; ich bin Gourmand, habe es gern, wenn auch bei der höchſten Heiterkeit die Grenzen des Anſtandes nicht aus den Augen verloren werden. Darum kann ich Eure ſogenannten patriotiſchen Ga⸗ ſtereien, wo es im Anfang ſo ſeriös hergeht, als ſäße der liebe Herrgott in Perſon mit am Tiſche, und ſpäter die halbe Geſellſchaft unterm Tiſche liegt und ſich erbricht, nicht leiden. Bei Franzoſen habe ich das nie gefunden. Und was die Toaſte anbelangt, ſo ſollte mich der Teufel holen, Deutſchlands Unter⸗

0*