Teil eines Werkes 
11. Band, 1813 : historischer Roman : 2. Theil (1854) Achtzehnhundertdreizehn
Entstehung
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Die äußerſte Spitze der dem Feinde entgegenge⸗ zogenen Bevölkerung bildeten drei junge Männer. Sie waren dem Haupteorps eine anſehnliche Strecke voraus und wandelten in ziemlich lebhaftem Geſpräche allein die Straße dahin.

Jetzt blieb der Jüngſte von ihnen, ein ſchlankge⸗ wachſener Jüngling mit herabwallendem, glänzend blondem Haar, ſanften, faſt mädchenhaft ſchönen Zü⸗ gen, aus denen jedoch kecke, kampfluſtige Augen leuch⸗ teten, ſtehen.

Ich wär' der Meinung, ſprach er feurig.wenn unſere Bürgerſchaft, die günſtige Stimmung und die Ankunft der Ruſſen benutzend, eine energiſche Demon⸗ ſtrativn wagte, ſo wäre die ſchwache napoleoniſche Be⸗ ſatzung bald zu allen Teufeln gejagt.

Ich werde die Verantwortung, irgend Jemand hierzu aufzureizen, erwiederte ſein älterer Bruder Gotthard,nie wieder auf mich laden. Wie unſicher und unheilvoll es iſt, auf das kräftige Einſchreiten der Bürgerſchaft zu bauen, haben wir bei der Brücken⸗ emeute geſehen.

Ja wohl, bemerkte der dritte junge Mann, Ruffus Günther mit Namen, eine ehrlich humoriſtiſche Natur;viel Geſchrei und wenig Wolle, die Fett⸗ augen der großen Inſurrection ſind abgeſchöpft und ſitzen wohlverwahrt auf dem Königſteine, wo ſie Gott nicht genug danken können, daß ſie nicht lange ſchon todtgeſchoſſen ſind. Ihr Beiden habt bei der ärger⸗ lichen Affaire auch drei Mal mehr Glück als Verſtand gehabt; außerdem möchten wir nicht ſelbander den Koſaken entgegenpromeniren.

Es iſt zum Verzweifeln, ſprach Reinhold mit dem Fuße ſtampfend,ich hätte geglaubt, an jenem Abend müſſe der Volksaufſtand zu einem allgemeinen werden.