Teil eines Werkes 
11. Band, 1813 : historischer Roman : 2. Theil (1854) Achtzehnhundertdreizehn
Entstehung
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würden und begrüßten daher die Koſaken, obſchon dieſe als Feinde erſchienen, mit aufrichtiger Freude.

Darum war es auf der Straße, die von Dresden nach Rußland führte, ſo menſchenbelebt. Die mit Branntwein und Broten beladenen Einwohner hatten ſich am weiteſten vorgewagt, in der Hoffnung, den fremden Ankömmlingen durch dargereichte Erquickung die günſtigen Geſinnungen der Dresdner im Voraus zu erkennen zu geben.

Da entſtand plötzlich eine lebhafte Aufregung un⸗ ter der verſammelten Volksmenge. In der Gegend des ehemaligen Gaſthauſeszum Hecht, wo die Dresdner Haide durch die Weinberge der Lösnitz be⸗ grenzt wird, trabte plötzlich eine ſeltſame Geſtalt aus dem Kiefernholze hervor. In der Ferne konnte man nur ſo viel gewahren, daß ſie auf einem kleinen Po⸗ laken ſaß und auf dem Kopfe mit einer ſonderbar lang zugeſpitzten Mütze bekleidet war. In der Hand trug ſie eine Lanze von bedeutender Länge.

Dieſes außereuropäiſche Weſen hielt, als es aus dem Walde heraus war, eine Zeit lang ſtill und ſchien ſich nicht ohne Verwunderung die ſchöne Haupt⸗ und Reſidenzſtadt des Königreichs Sachſen zu betrachten. Dann ritt es langſam am Waldesrande dahin und verſchwand in der Gegend der Königsbrücker Straße im Gebüſch.

Die wunderbare Erſcheinung aber hatte auf das verſammelte Publikum den lebhafteſten Eindruck zu⸗ rückgelaſſen. Mancher Dresdner Familienvater hielt es jetzt, von den Bitten der ihn begleitenden Gattin beſtürmt, für gerathner, ſich in die Stadt und hinter die franzöſiſchen Adler und Kanonen zurückzuziehen, während die Herzhafteren dem unſichtbar gewordenen Koſaken ein lautes Hurrah nachriefen.