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wie ſelten eines gefunden wird hienieden. Auch On⸗ kel Stelzfuß kam ſo ſchnell, als ihm ſein hölzern Bein erlaubte herbei, und fluchte über alle Maßen, daß es nicht raſcher mit ihm vorwärts wollte.
Die letzten Stunden, welche Georg in Normand's Hauſe zubrachte, gehörten zu den ſchönſten ſeines Le⸗ bens. Die Familie blieb bis tief in die Nacht bei⸗ ſammen. Es läßt ſich denken, daß bei dieſem Ab⸗ ſchiedsfeſte dem Kaiſer Napoleon und der ſchönen Pauline manches Lebehoch aus vollem Herzen gebracht wurde.
Kaum graute der Morgen, da ſaß Georg in der mit zwei rüſtigen Rappen beſpannten Extrapoſt und die Reiſe ging flott durch das endloſe, dunkle Häuſer⸗ labyrinth von Paris.
Als man die Barriere erreicht hatte, war es etwas lichter geworden, aber der Morgen neblig und feucht. Georg, von den ſeltſamſten Gefühlen bewegt, bog ſich bei den letzten Häuſern zum Wagen heraus und blickte noch einmal nach dem immer weiter zurückweichenden Sitze der Weltherrſchaft. Aber Alles verſchwamm be⸗ reits im Nebel, und nur unförmige, dunkle Maſſen
von Giebeln und Dächern verkündeten das Daſein
der Rieſenſtadt. Unheimlich ſtrich der Wind von den Höhen des Montmartre herüber. Georg hüllte ſich tiefer in den Mantel und drückte ſich in die Wagen⸗ ecke. Die Erinnerung an die Stunden der vorigen Nacht zog wie eine holdſelige Fata Morgana vorüber; als plötzlich der Wagen anhielt und der Poſtillon den aus ſüßer Traumwelt Erweckten auf einen kleinen Menſchentrupp aufmerkſam machte, der ſich lantlos und geheimnißvoll auf der Ebene zur Rechten dahin bewegte. Vergebens bemühte ſich Georg, die einzel⸗


