Teil eines Werkes 
10. Band, 1813 : historischer Roman : 1. Theil (1853) Achtzehnhundertdreizehn
Entstehung
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nen Perſonen zu unterſcheiden, der Nebel ließ nichts

erkennen. . Jetzt machte die dunkle Maſſe Halt. Noch einmal ſtrengte Georg ſeine Geſichtsnerven an, aber es blie⸗

ben geſpenſtiſche Nebelgeſtalten. Da rief plötzlich durch die graue Morgenſtille ſiegesfreudig und begei⸗ ſtert eine bekannte Stimme:Vive la République! Eine dumpfe Flintenſalve erfolgte, und die alte Stille trat wieder ein.

Eine jähe Ahnung durchzuckte Georg's Innerſtes. Eine Frage erſtarb auf ſeinen Lippen. Der Poſtillon kam ihm zuvor und erklärte:

Nun wird der alte Jacobiner wohl genug haben;

er trieb's die letzt Zeit auch gar zu toll. Es war der alte Waffenſchmied St. Etienne, den ſie ſo eben erſchoſſen haben. Georg erwiederte nichts. Das Geſchick des alten, ehrlichen Timoleon, das mit dem ſeinigen ſo innig verbunden war, hatte ihn im Innerſten ergriffen, ob⸗ ſchon er zugeben mußte, daß der Tod einem Manne, der ſeine theuerſten Heiligthümer zertrümmert und ver⸗ höhnt ſah, nur willkommen ſein mußte.

Er winkte mit der Hand zu größerer Eile, und raſch rollte der Wagen auf der Straße nach Straß⸗

3 burg dahin. Erſt nach einer langen Pauſe ſprach Georg dumpf vor ſich hin: Es war der letzte Republikaner!

Ende des erſten Theiles.