Teil eines Werkes 
10. Band, 1813 : historischer Roman : 1. Theil (1853) Achtzehnhundertdreizehn
Entstehung
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wohlbewaffneten Uebermacht widerſtand und ſie in re⸗ ſpectvoller Entfernung hielt. Er blutete bereits an mehrern Stellen; aber unermüdlich ſchwirrten die blanken Aexte wie ein paar flammende, vernichtende Sonnen, und immer unwiderſtehlicher drang er nach der Gallerie vor, auf welcher ich daher kam. Da rief plötzlich eine Stimme:So nehmt doch Vernunft an, Etienne, der Amerikaner iſt ja frei, da kommt er! Ich blieb bei dieſen Worten einen Augenblick verwundert ſtehen. Der verzweifelte Kämpfer warf einen Blick nach mir und ſchien mich zu erkennen. Ich hatte den alten eiſernen Republikaner bei mei⸗ nem verrätheriſchen Gaſtfreunde mehrmals geſprochen. Georg Falkland, rief er, in ſeltſamer, weithin dröhnender Stimme,ſeid Ihr frei?

Ich bin es, war meine Antwort.

Aber das Vertrauen zur Tugend der Republik, dröhnte es nochmals,habt Ihr es verloren?

Nein, Timoleon, rief ich, von der Frage ſelt⸗ ſam ergriffen, mit feſter, feuriger Stimme,das habe ich nicht verloren!

Da flogen im Augenblicke die beiden Aexte raſ⸗ ſelnd auf den Boden, daß wie bei ſpringenden Gra⸗ naten die Steinſtücke weit umherflogen.

Hier habt Ihr mich, rief der alte Fanatiker, und hielt waffenlos den Schergen ſeine kräftigen Arme hin;meine Miſſion iſt zu Ende.

Wie eine Heerde hungriger Wölfe ſtürzten jetzt die Gensd'armen auf ihr Opfer, das alsbald mit Ketten überladen daſtand. Ich konnte den Anblick nicht länger ertragen und entfernte mich. Auf dem Hierherwege ward mir die Kunde, daß ich allein die Schuld an jenem tollkühnen Kampfe war. Der alte Waffenſchmied war der Einzige, der den Gedanken