Teil eines Werkes 
10. Band, 1813 : historischer Roman : 1. Theil (1853) Achtzehnhundertdreizehn
Entstehung
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Er iſt gerettet! er iſt frei! rief er, und die hellen Thränen entſtürzten ſeinen Angen.

Wie? was? wer? frugen Vater und Tochter aus einem Munde.

Georg, unſer Georg! rief der Jüngling voll Begeiſterung;Viectorine, dieſe Himmliſche, dieſe Perle aller Mädchen, iſt ſelbſt beim Kaiſer geweſen.

Der Banquier und Henriette konnten vor Ver⸗ wunderung kein Wort hervorbringen. Eugen fuhr fort:

Sie hatte ſich durch ihren alten Lehrer Perrin eine Empfehlung bei der Fürſtin Borgheſe zu ver⸗

ſchaffen gewußt. Mit Paulinen vereint, war es ihr

gelungen, von Napolevn Gnade für den bereits zum Tode Verurtheilten zu erhalten.

Beim Himmel, ein heldenmüthiges Kind! rief nicht ohne Bewegung ſelbſt der kalte Zahlenmann; aber warum handelte ſie ſo geheimnißvoll, daß wir böſen Verdacht ſchöpfen mußten, warum vertraute ſie uns nicht offen?

Weil ſie von Eurer ſelbſtſüchtigen Engherzigkeit überzeugt war, erwiederte Eugen,daß Ihr einen ſo hochherzigen Plan nicht nur nicht billigen, ſondern ſelbſt hintertreiben würdet. Ich, als Georg's Freund, war der Einzige, zu dem ſie in der Angſt ihres Her⸗ zens Vertrauen faßte. Ich ſelbſt habe ſie zum Palaſt der Fürſtin begleitet.

Da that ſich abermals die Thür auf und Georg trat herein. Eugen ſtürzte ihm mit lautem Jubel entgegen, und lange lagen die Freunde in ſprachloſer Umarmung.

Normand und Henriette wußten noch immer nicht, ob ſie ihren Augen trauen ſollten. Endlich wandte ſich Georg zu Erſterm:

Ich komme, um Abſchied zu nehmen, ſprach er,