Teil eines Werkes 
10. Band, 1813 : historischer Roman : 1. Theil (1853) Achtzehnhundertdreizehn
Entstehung
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Aber, ſchönes Kind, frug der Kaiſer,die Elſaſſer ſind mir gut, wir ſtehen auf beſtem Fuße mit einander, wie kann eine Elſaſſerin meinen Feind lieben und überdies einen fiſchblutigen, ſpleenigen Amerifaner?

Victvrine ſchlug erröthend die Augen nieder.

Quäle doch das arme Kind nicht, ſprach Pau⸗ line auf italieniſch,und rette den Geliebten.

Napoleon trat an ſeinen Schreibtiſch und warf ein paar Worte auf's Papier, das er Ruſtan zur Be⸗ ſorgung übergab.

Er wandte ſich wieder zu Vietorinen:

Ihr Republikaner iſt frei, ſprach er,aber in Frankreich darf er nicht bleiben. Binnen acht Tagen wird er nach Amerika zurückkehren. Sie werden ihn begleiten und ſich bemühen, ihm wie ſeinen Lands⸗ leuten eine freundlichere Geſinnung über den Kaiſer der Franzoſen beizubringen.

Mit dieſen Worten verließ er ſchnell das Gemach, ohne die heißen Dankergießungen der verklärten Vie⸗ torine abzuwarten.

Dieſe war betend auf die Kniee geſunken, unauf⸗ hörlich entſtrömten die Thränen den ſchönen Augen.

Als die Ueberſelige in dem Wagen der Fürſtin Borgheſe die Tuilerien verließ, tönte vom Thurme der Notre⸗Dame die dritte Stunde des Morgens.

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