Teil eines Werkes 
10. Band, 1813 : historischer Roman : 1. Theil (1853) Achtzehnhundertdreizehn
Entstehung
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Mich ärgert nur, ſprach er ziemlich gut ge⸗ launt,daß, wie Du ſagſt, eine Franzöſin ſich in den Schlingel verliebt hat.

Welche den Tod ihres Republikaners ſicher nicht überleben wird, verſicherte Pauline mit Lebhaftigkeit.

Und wie hübſch iſt das liebe Kind, fuhr ſie feurig fort,wenn Du mir verſprichſt, Nap, Dich nicht in ſie zu verlieben, ſollſt Du ſie ſogleich hier haben. Sie eilte nach der Thür.

Nichts da, rief der Kaiſer von Neuem finſter, keine Komödie, Pauline.

Aber dieſe trat bereits mit der bebenden Victo⸗ rine in's Zimmer.

Die Straßburgerin, ſo wie ſie des Kaiſers an⸗ ſichtig wurde, ging ein paar Schritte auf ihn zu und ſank ihm ſprachlos zu Füßen.

Napoleon ward etwas überraſcht durch die überaus liebreizende Erſcheinung, die an Anmuth und Adel ſelbſt der Fürſtin Borgheſe nicht nachſtand.

Stehen Sie auf, ſprach er mild,ſtehen Sie auf; Sie ſind von Paris gebürtig?

Mein Vater iſt Proeurator in Straßburg, ant⸗ wortete beſcheiden das Mädchen,dort bin ich ge⸗ boren.

Des Kaiſers Geſicht erheiterte ſich ſichtbar, um ſeinen Mund ſpielte jenes bezaubernde Lächeln, das ſo oft ſeine Widerſacher für ihn gewann.

Ah, eine Elſaſſerin, ſprach er,ich bin dem Elſaß gut, ſetzte er mit gewinnender Gemüthlichkeit hinzu,und er mir. Nicht wahr, ich kann auf ihn zählen?

O, gewiß, gewiß, Sire, rief Victorine und aus ihren ſchönen Augen leuchtete begeiſtert die Ueberzen⸗ gung ihrer Worte.