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Napoleon, der während der letzten Geſpräche auf einer Art Feldſtuhl geſeſſen, ſprang auf.
„Wohlan,“ rief er,„ſo führen wir den Krieg zu Waſſer und zu Lande; erſtern mit hunderttauſend Matroſen, hundert Linienſchiffen, funfzig Fregatten, letztern mit einer Million Soldaten.“
Er wandte ſich zu den anweſenden Finanzmi⸗ niſtern, dem Herzoge von Gasta und dem Grafen Mollien.
„Welche Hülfsmittel,“ frug er,„haben Sie zur Beſtreitung dieſes Kriegs?“
Die Angeredeten begannen ihr Referat.
Dieſem zufolge erforderte die öffentliche Schuld nebſt den Penſionen ſechsundneunzig Millionen, die Juſtiz, das Innere und die Fingnzen dreihundert⸗ funfzig Millivnen. Für den Krieg und die Marine verblieben demnach ungefähr fünfhundertfunfzig Mil⸗ lionen. Die Unfälle des ruſſiſchen Feldzugs aber, ſo wie die Rüſtungen für den bevorſtehenden haben zu unermeßliche Summen verſchlungen. Die Miniſter verlangen einen außerordentlichen Zuſchuß von drei⸗ hundert Millionen und bringen eine Erhöhung der Steuern in Vorſchlag.“
„Nichts da,“ rief Napoleon unwillig, und ging eine Zeit lang nachdenkend auf und ab. Eine lange Pauſe folgte. Keiner der hohen Staatsbeamten wagte die Stille zu unterbrechen.
„Wir müſſen,“ ſprach endlich der Kaiſer,„das Beiſpiel Levpold's von Toscana nachahmen. Die
letzte Spur der todten Hand muß vertilgt
werden.“
Die Miniſter horchten hoch auf.
„Die liegenden Güter,“ fuhr Napoleon fort, „deren Einkünfte den Gemeinden gehören, ſind gegen


