Teil eines Werkes 
10. Band, 1813 : historischer Roman : 1. Theil (1853) Achtzehnhundertdreizehn
Entstehung
Einzelbild herunterladen

196

Unwahrſcheinlich iſt's allerdings. Wer mir übrigens beim Niemenübergange geſagt hätte, daß von den prächtigen viermalhunderttauſend Mann binnen weni⸗ gen Monaten kaum zwanzigtauſend zerlumpte Skelette heimkehren würden, dem würd' ich in's Geſicht ge⸗ lacht und einen Narren geſcholten haben.

Mit dieſen Worten hinkte er, von Normand und Eugen unterſtützt, nach dem für ihn eingerichteten

Zimmer.

vierzehntes Rapitel.

E iſt tiefe Mitternacht. Der Steinkoloß der Tuile⸗ rien ruhte in ſtillem, geheimnißvollem Dunkel; nur nach der Gartenſeite wirft das gewohnte Licht ſeinen einſamen Schimmer.

Der Herzog von Baſſano hat dem Kaiſer ſo eben die letzte Note des Herrn von Hardenberg überreicht, welche die Kriegserklärung Preußens enthält. Napolevn hat ſie überflogen. Er geht eine Zeit lang, die Hände auf dem Rücken, ſchweigend im Kabinet auf und nieder. Aengſtlich folgen die Blicke des Mi⸗ niſters den Bewegungen des Allgewaltigen, einen hef⸗ tigen Zornausbruch befürchtend.

Der Kaiſer bleibt ruhig.

Ein erklärter Feind, ſpricht er endlich,iſt mir lieber, als ein zweifelhafter Alliirter.

Wieder erfolgte eine Pauſe.

Ich hätte Tilſit beſſer benutzen ſollen, fährt er in abgebrochenen Sätzen fort.Preußen war in mei⸗