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Appartements Ludwig's des Fünfzehnten. Mitten im Sturme ließ er ſeine Haare in zierliche und ſorgfäl⸗ tig gepuderte Locken kräuſeln; während zu Hunderten rings umher die wankenden Schatten zum ewigen Schlafe in den Tod ſanken.
„Hätt' ich nicht das Glück gehabt,“ fuhr er fort, „mir dieſen ächtruſſiſchen Wamms einzuhandeln in Smolensk, wo ich meine geſammte Baarſchaft, zwan⸗ zig Napoleons, mit Freuden dafür hingab, ſäß' ich beim Himmel nicht hier bei Euch. Wie dicht auch dieſe moskowitiſche Schlangenhaut iſt, drohte mir doch manchmal das Blut in den Adern zu gefrieren.“
Er erzählte dieſe letzte Periode des Rückzugs nach dem Uebergange über die Bereſina. Seine Stimme ward aber immer dumpfer.
„Alle überſtandene Drangſale,“ ſprach er,„konn⸗ ten nicht in Vergleich gebracht werden mit dem Un⸗ glücke, das unmittelbar nach des Kaiſers Abreiſe über uns hereinbrach. Es war gleichſam, als ſei der nor⸗ diſche Winter in fürchterlichſten Zorn gerathen, daß ihm die Perſon Napoleon's entgangen ſei und als falle er nun mit verdoppelter Wuth die unglückſeligen Ueberreſte der Armee an.
„Bis Molodezno hatte wenigſtens ein Schatten von Ordnung und Disciplin beſtanden. Von da an löſ'te ſich alle Verbindung. Jeder dachte nur an ſeine Rettung und ſo ging faſt Alles zu Grunde.
„Die Wuth des Winters überſtieg alle Begriffe. Die Luft gefror zu Eis und fiel in Stücken herab, die Vögel ſtürzten todt auf die Erde. Die Atmo⸗ ſphäre war unbeweglich und ſtumm. Alles Leben, alle Bewegung der Natur, ſelbſt der Wind ſchien er⸗ loſchen, gefeſſelt und im allgemeinen Tode erſtarrt. Da vernahm man kein Wort, kein Murren mehr.


