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gen;„der Buchhalter ward unſchuldigerweiſe einge⸗ kerkert. Wer wird nicht ſuchen einer ungerechten Haft zu entrinnen? Welcher freie Mann wird ſich nicht zur Wehr ſetzen, wenn man ihm die Freiheit rauben will? Weiter hat der Buchhalter nichts verbrochen. O, der Kaiſer wird das einſehen, wenn ein alter Waffenbruder ihm die Sache auseinanderſetzt. Onkel, der Himmel hat Euch zur glücklichen Stunde heimgeführt, beachtet ſeinen Wink, und duldet nicht, daß unver⸗ ſchuldeterweiſe Blut fließt, daß das edelſte Leben im Namen des Kaiſers, der nur dadurch geſchändet würde, meuchleriſch ermordet wird.“
Auch Eugen vereinigte ſeine Bitten mit denen Vietorinen's.
Das Geſicht des Oberſten hatte ſich ſichtbar ver⸗ finſtert.
„In dieſer Angelegenheit,“ entſchied er endlich, „kann ich nichts thun. Gern würde ich in jeder an⸗ dern Sache Euern Wunſch erfüllt haben; aber wo bereits die Polizei ihre Schlingen geworfen, wo Ver⸗ dacht der Spionage vorhanden iſt, da kann ſich ein kaiſerlicher Offizier nicht einmiſchen.“
Er ſprach dieſe Worte mit ſolcher Entſchiedenheit, daß Victorine erblaßte und kein Wort zu erwiedern wagte. Sie ſetzte ſich auf einen Stuhl. Eine düſtre Stille folgte.
Der Oberſt bemerkte jetzt, wie heftig das Mäd⸗ chen im Innern blutete.
„Stehen' denn die Sachen wirklich ſo ſchlimm?“ frug er in milderm Tone.
„Können gar nicht ſchlimmer ſtehen,“ erwiederte der Banquier unfreundlich, und ohne im Geringſten Rückſicht auf Victorinen's Zuſtand zu nehmen, fügte er hinzu:„Ich habe oft gehört, daß die Leidenſchaft


