Teil eines Werkes 
10. Band, 1813 : historischer Roman : 1. Theil (1853) Achtzehnhundertdreizehn
Entstehung
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brauchen junge Kräfte, Adlerblut. Die Deutſchen werden uns die Arbeit 1813 ein Bischen ſchwerer machen als früher.“

Der Banquier hatte die Worte des Oberſten nicht ohne Mißmuth vernommen.

„Nun haſt Du ihn vollends verdreht gemacht,“ ſprach er in ſtrafendem Tone,„wir hatten ihn be⸗ reits auf gutem Wege. Magſt Du es bei Deiner Schweſter verantworten, die in Eugen ihre letzte Freude verliert.“

„Einfältig Geſchwätz,“ brummte Camill,„was verliert ſie denn? Eine brave franzöſiſche Mutter kann nur ſtolz ſein, wenn ſie Söhne für den Ruhm Frankreichs geboren hat. Im ſchlimmſten Fall bleibt der Junge auf dem Felde der Ehre, und das iſt doch millionen Mal beſſer, als daheim auf der Bärenhaut zu verſchimmeln.“

Victorine war jetzt in's Zimmer getreten. Ihr ganzes Weſen zeugte von heftiger innerer Bewegung.

„Da kommt noch eine Nichte,“ ſprach Normand, „die Tochter vom Straßburger Proenrator. Es iſt gut, daß die nicht Hoſen trägt, ſie wäre eine treff⸗ liche Acquiſition für den Kaiſer. Sie nimmt es mit Gott und aller Welt, ſelbſt mit der Polizei auf, wenn's gilt, einen guten Freund zu retten.“

„Bravo, meine Tochter,“ ſprach der alte Krieger und reichte freundlich die Hand dem ſchönen Kinde.

Victorine ergriff ſie mit Lebhaftigkeit.

„Ihr geltet gewiß bei dem Kaiſer, guter Onkel?“ frug das Mädchen ſchnell.

Der Onkel ſtrich ſich wohlgefällig den Bart.

„Nun,“ meinte er nicht ohne behagliches Selbſt⸗ gefühl,„wir ſtehen ſo ziemlich paſſabel mit einander. Haben manchmal das Wachtfener getheilt. Auf ſeine