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nien über Europa gebot, jetzt wie eine todeswürdige Verbrecherin ſich verbergen muß?“
„Noth macht klug,“ ſprach die Alte;„der Ge⸗ brannte ſcheut das Feuer. Savary's Doggen wittern eine Jacobinermütze durch zehn Thüren. Aber hier ſind wir ſicher. Bei Timoleon könnte der ganze Berg Sitzung halten, donnern und blitzen— und keine Maus in Paris ſoll etwas gewahr werden.“
Sie ſtanden jetzt vor einer Art Flügelthür, die jedoch alles ariſtokratiſchen Schmucks entbehrte.
Leon, dem das auffiel, ſprach leiſe auf Italieniſch: „Wir kommen doch nicht zu Sanseculotten? ſonſt möch⸗ ten wir mit unſrer Toilette, wie republikaniſch ſie iſt, nicht reuſſiren.“
„Still,“ raunte Franzesco ihm zu, und ſie traten in einen geräumigen Saal, dem man es beim erſten Blicke anſah, daß er für parlamentariſche Sitzungen eingerichtet war.
Der Schwertfeger und Waffenſchmied Etienne, den Republikanern nur unter dem Namen Timoleon be⸗ kannt, ein kräftiger unterſetzter Mann in den vierzi⸗ ger Jahren, mit eiſernen Geſichtszügen, aber einem Blicke, aus welchem alle Glut und Energie eines po⸗ litiſchen Fanatismus ſprach, trat den Ankömmlingen entgegen.
Die Empfangſcene war einfach, aber nicht ohne gewiſſe Würde.
„Was macht Billaud Varennes,“ wandte ſich Ti⸗ moleon nach den erſten Begrüßungen an den Ritter,
„wie geht's ihm, iſt er noch nicht zur Erkenntniß
ſeiner Gascognade vom neunten Thermidor gekom⸗ men?“
„Er iſt es,“ ſprach Leon;„ſein ganzes Leben iſt ein Akt der Reue und der Buße. Als ich ihn das


