Teil eines Werkes 
10. Band, 1813 : historischer Roman : 1. Theil (1853) Achtzehnhundertdreizehn
Entstehung
Einzelbild herunterladen

37

letzte Mal beſuchte in ſeiner Einſamkeit, fand ich ihn nicht mehr in den Hütten der Indianer und der we⸗ nigen Anſiedler. Eine weite Strecke davon, auf dem Gipfel eines ſchönen freien Berges, von wo aus die Welt meilenweit unter uns liegt, hatte er ſeinen Wig⸗ wam erbauen und ſich dahin tragen laſſen; denn er war ſchon ſehr ſchwach und fühlte ſich nah ſeinem Ende. Hier oben, rief er mit der alten Begeiſte⸗ rung, hier oben in der freien Bergluft will ich mein Leben dem großen Geiſte wiedergeben. Vergebens war meine Mühe, ihn zu einer Heimkehr in's Vater⸗ land zu bereden. Was nützt Euch ein todter Löwe? lächelte er; und er hatte Recht, der Rieſenleib iſt den Rieſenkämpfen unterlegen. Und ſo ſitzt er dort oben auf ſeinem Bergesgipfel, verſunken in alte freiheit⸗ blutige Erinnerungen, von den wenigen Indianern und Weißen wie ein alter Berggott der Vorzeit ver⸗ ehrt. Als ich Abſchied nahm, drückte er mir krampf⸗ haft die Hand. Wenn Du nach Frankreich kommſt, ſprach er, ſo ſage nur, es war doch ein dummer Streich, der Neunte Thermidor, ſage nur, der alte Billaud Varennes, der ihn mitgemacht, habe es ſelbſt erklärt auf ſeinem Berge.

Ja, der war's, fiel Timoleon zornglühend ein, und Maximilian wird Recht behalten, ſo lange die Welt ſteht.

Die übrigen Anweſenden hatten ſich jetzt dem Ritter, deſſen Erzählung ſie mit großem Intereſſe ver⸗ nommen, genähert und reichten ihm die Hand. Sie gehörten ſämmtlich nicht mehr der jüngern Generation an, ſondern ſtanden im kräftigſten Mannesalter. Ihre Jünglingszeit fiel in die blutigen Zeiten des Terro⸗ rismus; mit ihren eignen Ohren hatten ſie noch die begeiſterten Worte Saint Juſt's vernommen, die con⸗