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Eine plötzliche unheimliche Stille folgte auf dieſe Scene. Man bemerkte, wie mancher Anweſende ſtill und ſchleunig ſeine Zeche bezahlte und die Reſtaura⸗ tion verließ. Niemand wagte mehr von der Gefan⸗ genſchaft des Kaiſers zu ſprechen. Ruhig, als ſei nichts vorgefallen, wandte ſich der Polizeibeamte an einige der Zunächſtſtehenden.
„Ohne Sorge, meine Herren,“ ſprach er freund⸗ lich und wohlwollend;„nach den neueſten officiellen Berichten befinden ſich Seine Majeſtät wohlbehalten an der Spitze unſrer tapfern Armee, die allerdings durch die Winterkälte ſchwere Verluſte erlitten hat.“
Er kehrte nach dem Tiſchchen zurück und ſchlürfte ſeinen Kaffee ruhig zu Ende.
„Nun, das muß ich geſtehen,“ raunte Georg ſei⸗ nem jungen Freunde zu, mit dem er in einem klei⸗ nen Nebengemache der brillanten Reſtauration ſaß, „einer ſolch aufmerkſamen Polizei, die alle Kaffeehäu⸗ ſer in Belagerungszuſtand erklärt, entbehren wir aller⸗ dings bei uns in Amerika. Auch ſteigt mir der Zwei⸗ fel auf, ob ſich unſre Gentlemens ſo geduldig wür⸗ den harpuniren laſſen vom erſten beſten Kaffeegaſte, dem man ſeine hohe Miſſion gar nicht anſieht.“
„Die Zeiten ſind darnach,“ entſchuldigte Eugen, „bedenk', daß durch ſolche verrätheriſche Gerüchte es dem General Mallet allein möglich ward, ſeine Ver⸗ ſchwörung anzuzetteln und das Reich der größten Ge⸗ fahr auszuſetzen.“
„Schlimm genug,“ ſprach der Nordamerikaner, „wenn die Ruhe und das Heil eines Staates durch ein bloßes Gerücht wankend gemacht werden kann; ich glaube immer, daß ein ſolches Regiment von lan⸗ ger Dauer nicht ſein kann.“
„Hah, hah,“ lachte der junge Franzos,„die erſte
Stolle, ſämmtl. Schriften. X. 2


