Eugen, ungeduldig auf⸗ und abgehend.„Georg, wir diniren bei Benvit; dort treffen wir die Redacteure des Moniteur, die müſſen Nachricht haben!“
Gern, Freund Eugen,“ erwiederte jener,„meine Geſchäfte ſind für heute beendet;“ und die Beiden beurlaubten ſich.
„Ihr habt mir bang gemacht, Herr Buchhalter,“ ſprach das Mädchen,„ſorgt nun auch für freundliche Nachrichten. Ihr habt Euch ſo zu revanchiren,“ ſetzte ſie mit ſchlauem Lächeln hinzu,„für meine frohe Bot⸗ ſchaft von geſtern.“
Der Buchhalter erröthete.
„Nehmt Euren Republikanismus zuſammen,“ fuhr ſie fort,„in längſtens acht Tagen trifft Victorine ein und die iſt ganz kaiſerlich.“
„Was kümmert uns die kleine Elſaſſerin?“ drängte Eugen,„kommen Sie, Georg, mich duldet's nicht län⸗ ger. Die Armee vernichtet? Wie, die herrlichſte Ar⸗ mee der Welt, den Kaiſer an der Spitze? Es iſt nicht möglich!“ Mit dieſen Worten zog er den Buch⸗ halter mit ſich fort.
Henriette blickte den Davoneilenden eine Zeit lang nach.„Er iſt gar nicht übel,“ ſprach ſie endlich, „dieſes nordamerikaniſche Blut; aber mein Mann wär's doch nicht. Dieſe republikaniſche Einförmigkeit, Schroff⸗ heit, ſo zu ſagen Ungelenkigkeit wird nie Glück ma⸗ chen in Frankreich und am wenigſten bei meinem Ge⸗ ſchlechte.“
Unterdeſſen waren die beiden Freunde in die Re⸗ ſtauration von Michel Benoit getreten. Es war be⸗ reits ziemlich voll. Ueberall ſtanden Clubs und die unheilvollen Nachrichten aus Rußland waren der Ge⸗ genſtand aller Geſpräche. Einer wußte ſchlimmere Nachrichten als der Andere. Vergebens bemühten ſich


