Teil eines Werkes 
10. Band, 1813 : historischer Roman : 1. Theil (1853) Achtzehnhundertdreizehn
Entstehung
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Eine Schlacht verloren?! frug haſtig der junge Franzos und die geſpannteſte Erwartung malte ſich auf ſeinem ſchönen jugendlichen Geſicht.

Die wäre zu verſchmerzen, erwiederte jener; aber den Ruſſen iſt ihr furchtbarſter Alliirter zu Hülfe gekommen, der nordiſche Winter; die große Armee ſoll ſo gut wie vernichtet ſein.

Um Gottes willen, rief Henriette erſchrocken, unſer armer Onkel!

Eugen, ebenfalls heftig erſchrocken, faßte ſich doch gleich wieder.Es iſt nicht möglich, es iſt ein Mär⸗ chen, lächelte er ungläubig.Das Genie des Kai⸗ ſers wird gewiß für gute Winterquartiere geſorgt haben. Unbezweifelt, erwiederte Georg;aber wenn, wie die Sage geht, der Feind die Rückzugslinie ab⸗ geſchnitten und nach dem Beiſpiele Moskaus auf der ganzen Straße von der Hauptſtadt bis Wilna Städte und Ortſchaften in Aſche liegen, ſo möchte gegen ſolch unerhörtes Mißgeſchick ſelbſt das Genie eines Napoleon vergeblich ankämpfen.

Alſo abgeſchnitten unſre Braven, unſre Adler, unſer großer Kaiſer! rief Eugen in ſchöner Begei⸗ ſterung,wohlan, ſo muß ſich ganz Frankreich erheben und zu Hülfe eilen. Aber ich kann's nicht glauben, fügte er nach einer Pauſe hinzu,es iſt nicht mög⸗ lich, es iſt ein Märchen, erſonnen von den Royaliſten, von den Malletiſten und andern Verräthern.

Wohl mögen die Gerüchte übertrieben ſein, meinte Georg;aber das Außenbleiben aller officiel⸗ len Berichte deutet auf nichts Gutes. Seit dem acht⸗ undzwanzigſten Bulletin wiſſen wir ſo viel als nichts, und wie lange iſt das her!

Aber jetzt halt' ich's hier nicht länger aus, rief