Teil eines Werkes 
10. Band, 1813 : historischer Roman : 1. Theil (1853) Achtzehnhundertdreizehn
Entstehung
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Nun, das ſiehſt Du hier groß und breit; ſiehe hier, mit großen Buchſtaben geſchrieben; mitten im Herzen des verwünſchten Eislandes, die einzige Oaſe

in der unabſehbaren Wüſte.

Henriette gewann immer mehr Intereſſe für den geographiſchen Unterricht. Sie verwandte keinen Blick von der Karte.Und wo ſteht denn Paris? frug ſie in aller Unſchuld.

Mon dieu! lachte der Geograph,das iſt ja nur eine Karte von Rußland; da denke Dir erſt das Großherzogthum Warſchau, dann Preußen, dann den Rheinbund, dann Frankreich und dann erſt Paris. Da müßte ich eine Landkarte haben von hier bis dort an's Pfeilertiſchchen.

Und ſo weit ſind ſie hinausmarſchirt? rief halb verwundert, halb erſchrocken das Mädchen.

Verſteht ſich, mein Kind, erwiederte Eugen; aber Du haſt noch immer keinen Begriff von dem unermeßlichen Marſche. In Epernay biſt Du gewe⸗ ſen, nicht wahr?

Es iſt meine weiteſte Tour, meinte ſie.

Nun denke Dir die Strecke von Paris bis Eper⸗ nay etwa hundert Mal zuſammengeſetzt in einer Linie, ſo wirſt Du ungefähr Moskau erreichen.

Henriette ſchlug die Hände über dem Köpfchen zuſammen.

Das möchte aber Alles ſein, fuhr der beleh⸗ rende Vetter fort,Aegypten war nicht näher; aber der Winter, der Winter in jener Eiswüſte! Wir können es hier im freundlichen Paris kaum aushalten vor Kälte, wie mag es dort draußen erſt hergehen? Wahrſcheinlich iſt die ganze Armee verſchneit in ih⸗ ren Winterquartieren, denn der Poſtenlauf iſt ſeit einiger Zeit gänzlich unterbrochen.