Teil eines Werkes 
9. Band, Je länger je lieber : Phantasiestücke und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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ich kam die Stiege herab, als der Mohr über die Hausflur ging. Da trieb mich's mit unwiderſtehlicher Gewalt, ihm an den Hals zu fliegen. Ich weiß ſelbſt nicht wie mir geſchehen. Kurz, wir tanzten mit einander!

Unglückſelig Kind, rief der Bürgermeiſter.

Welche Verirrung der Natur! rief Saſian.

Daß doch dieſer Mohr in ſeinem Venedig ge⸗ blieben und Zuckelhauſen nimmer betreten hätte, ſeufzte der unglickliche Vater.

Ich will gleich nach Hauſe ſpringen und meine Frau proviſoriſch in den Keller ſperren, meinte Safian.

Sollte denn der Mohr, der ſo zu Hauſe in Ho⸗ kuspokusmacherei, kein Mittel haben, den Zauber zu löſen? ſprach der Bürgermeiſter.

Eine Frage ſtünde frei, meinte der Rathsdiener.

Wohlan, guter Safian, ſo lauf' ihm nach, ſo ſchnell Dich Deine Füße zu tragen vermögen, und fleh' ihn in meinem und der Menſchheit Namen um ein Mittel; und ſoll mich's 100 Thaler koſten.

Safian galoppirte dem Mohren von Venedig nach, welcher wieder zu demblechernen Löffel zurückgekehrt war, während die bezauberte Friederike fortwährend die Worte ausſtieß:Ich heirathe den Mohren! Va⸗

ter, laß mich den Mohren heirathen, daß dem Bür⸗ germeiſter angſt und bange um den Verſtand ſeiner Tochter wurde und ihm der Angſtſchweiß in großen Tropfen auf die Stirn trat.

Nach Verlauf einer Viertelſtunde kehrte der Bote Sebaſtian's aus demblechernen Löffel mit einem Billet zurück, worauf von des Mohren Hand folgende

Worte geſchrieben ſtanden: