Teil eines Werkes 
9. Band, Je länger je lieber : Phantasiestücke und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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Aber ſtammelte nach einer Pauſe Sebaſtian, warum haſt Du ſie denn nicht auseinander geriſſen?

Alles verhext Alles verhext, meinte Safian, der Mohr iſt der größte Zauberer auf Gottes Erd⸗ boden, es iſt mir ſelber in die Beine gefahren, Sie ſehen, wie ich mich echauffire.

Mit dieſen Worten ſtieg er wo möglich noch ſchneller die Stube auf und ab.

O Jammer und Herzeleid, das mich zum neuen Jahre treffen muß, lamentirte Sebaſtian,ſieh doch nach, guter Safian, ob ſie noch tanzen; ſpring' da⸗ zwiſchen mit Händ' und Füßen als offizieller Raths⸗ bote; vielleicht bringſt Du ſie auseinander, und ich will Dein gnädiger Bürgermeiſter ſein Zeitlebens.

Safian ſtürzte wieder nach der Thüre, als dieſe ſich aufthat und die ſchöne Friederike, des Bürger⸗ meiſters neunzehnjähriges Töchterlein, ziemlich exaltirt hereineilte und ihrem Vater an den Hals flog.

Väterchen, rief ſie mit entſchiedener Stimme, ich heirathe den Mohren von Venedig.

Da haben wir die Beſcheerung, meinte Safian.

Aber meine Tochter, ermahnte der Vater.

Ich heirathe den Mohren, beharrte Friederike mit ſeltener Feſtigkeit,oder es wird nicht gut.

Aber ſo bedenken Sie die Nachkommenſchaft, lie⸗ bes Mamſellchen, wenn der Herr Bürgermeiſter einen kleinen Mohren auf den Knieen ſchaukeln ſollte.

Es wäre mein Letztes, ſchauderte Sebaſtian.

Selbſt Safian's eben angeführter triftiger Grund ſchien auf das bezauberte Mädchen keinen Einfluß zu üben. Sie blieb dabei:Ich heirathe den Mohren.

Aber wie hat ſich nur das Unglück zugetragen? jammerte der Bürgermeiſter.

Ganz zufällig, war die Antwort der Tochter,