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Zimmer auf⸗ und abſchreitend,„aber ein ſolch außer⸗ ordentlicher Beſuch wie der heutige iſt mir noch nicht zu Theil worden; ich glaube, der kommt auch einem deutſchen Bürgermeiſter ſelten vor. Der gewaltige Eindruck, den er auf die Weiber macht, iſt mir nicht unwahrſcheinlich, denn manche Menſchen im Oriente ſollen die Gabe beſitzen, Frauen und durch das bloße Anſchauen zu bezaubern. Das ſchwache Weibervolk iſt leicht eonſternirt und geiſtt wie die kleinen Thiere durch die Augen der Brillenſchlange. 4.
Während ſich der Bürgermeiſter in dieſen und ähnlichen Betrachtungen gefiel, ſtürzte Safian athem⸗ los in's Zimmer und lief unter den excentriſchen Aus⸗ rufungen:„Ach daß Gott! o du lieber Herr Gott! ach, daß ſich Gott erbarm!“ halb närriſch die Stube auf und nieder.
Sebaſtian erkundigte ſich erſchrocken nach der Ur⸗ ſache von Safian's Verzweiflung; aber es bedurfte geraume Zeit, ehe Jener ſich von ſeinem Schmerze ſoweit erholte, daß er die Sprache wieder bekam.
„Bei Deiner Amtspflicht, Carl Heinrich Safian, rede!“ beſchwor Sebaſtian in einem fort, den auf⸗ und ablaufenden Händeringer Schritt vor Schritt ver⸗ folgend.
„Mamſell Riekchen,“ heulte endlich der Frohn, „tanzt auf der Hausflur mit dem Mohren von Ve⸗ nedig.“
Sebaſtian ward zur Salzſäule, während Safian i wie toll auf und nieder zu raſen.
„Sie tanzt mit ihm?“ hauchte der Bürgermeiſter erſterbend.
„Sie tanzt,“ gab Safian dumpf zur Antwort, ohne ſich in ſeinem Wettlaufe und im Händeringen ſtören zu laſſen.


