Teil eines Werkes 
9. Band, Je länger je lieber : Phantasiestücke und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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in die Welt ſetzen oder ſich ſonſt ein böſ' Exempel an den Hörnern nehmen.

Ich kann die Gründe nur ehren, verſetzte der Magier,welche den geſtrengen Herrn Bürgermeiſter abhalten, ſich hörnen zu laſſen; ich bedaure aber, daß ich auf dieſe Weiſe außer Stande bin, eine Probe meiner Kunſtfertigkeit abzulegen, und Letzteres hätt' ich gern gethan, da ich aus keiner andern Abſicht ge⸗ kommen bin, als den Herrn Bürgermeiſter um die Er⸗ laubniß zu bitten, heute Abend eine außerordentliche Vorſtellung meiner Kunſt auf dem Rathskellerſaale veranſtalten zu dürfen; wobei ich zugleich ſo frei bin, zwei Freibillets dem Herrn Bürgermeiſter ergebenſt anzubieten, in der Hoffnung, daß Hochdieſelben, als Staatsmann und Kunſtkenner rühmlichſt bekannt, Ihre erhabene Gegenwart meinen ſchwachen Leiſtungen nicht entziehen werden.

Der geſchmeichelte Sebaſtian nahm die Freibillets mit freundlicher Gravität entgegen.

Obſchon ich es, erwiederte er,mit Seiltän⸗ zern, Comödianten, Bärenführern und Kameeltreibern ſehr ſtreng nehme, da dieſes Volk den Leuten das Geld unnützerweiſe aus der Taſche ſtiehlt, welches dann ſtets nachtheilig auf die Abführung der Gewerb⸗, Malz⸗, Mahl⸗, Fleiſch⸗, Kopf⸗, Fiſch⸗, Froſch⸗, Fuchs⸗, Vogelſteuer wirkt, wie Sie ſich aus dieſen dickleibigen Folianten überzeugen können, ſo will ich doch in Be⸗ tracht Ihrer wirklich großartigen Expropriations⸗Ka⸗ leidopſie diesmal eine Ausnahme geſtatten.

Küß' die Hand, dankte der Mohr von Venedig, ich werde mich beſtreben, der hohen Gnade mich würdig zu beweiſen. Doch hab' ich alsdann noch eine anderweite Bitte an den Herrn Bür⸗ germeiſter.