Teil eines Werkes 
9. Band, Je länger je lieber : Phantasiestücke und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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In Sebaſtian kämpfte eine Zeit lang die Furcht, ſeine bürgermeiſterliche Würde zu compromittiren, mit der Neugier, auf welche Weiſe das plötzliche Hörner⸗ wachſen wohl vor ſich gehen möchte.

Er frug daher:Den Schäker kann ich doch ab⸗ ſchütteln, ſobald ich es für nöthig erachte?

Leider, bedauerte der Mohr von Venedig,iſt es eine Schattenſeite dieſes Experiments, daß die Hörner nicht ſo ſchnell wieder zu entfernen find. Sechs Stunden bedarf ich wenigſtens, um das gekrönte Haupt von ſeinem Schmucke zu befreien.

Sechs Stunden? ſeufzte Sebaſtian,da werd' ich wohl auf das allerdings recht artige Kunſtſtück ver⸗ zichten müſſen. Ich habe heut' den Herrn Superin⸗ tendenten zu Tiſche und Sie begreifen

Ei du meine Güte, lachte Safian,würde der Augen machen. Er hielte den geſtrengen Herrn Bür⸗ germeiſter für den leiblichen Gottſeibeiuns und be⸗ käme eine handgreifliche Idee, wie der Beelzebub aus⸗ ſähe.

Ein ernſter Blick des Bürgermeiſters ſtrafte den Vorlauten und verwies ihn zur Ruhe.

Seine Ehrwürden, ſprach er,würden trotz des Geweihs den Bürgermeiſter in mir erkennen und eh⸗ ren. Aber die Sache würde zu reden geben, was ich vermeiden muß. Wie ſteht's aber mit Dir, Sa⸗ ſian, Du haſt lange nicht die Rückſichten zu neh⸗ men, die mir, dem Stadtoberhaupte, auferliegen; wie wär's, wenn Du Dich auf die paar Stunden hörnen ließeſt?

Ich darf es gleich gar nicht wagen, proteſtirte Safian,meine Frau geht im dritten Monat, ſie könnte ſich verſehen und mir einen kleinen Ochſenkopf

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