Teil eines Werkes 
9. Band, Je länger je lieber : Phantasiestücke und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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gelobte doppelten Eifer. Er verſprach eine Hausſu⸗ chung, gegen die ſich die jüngſte, wegen des Schwei⸗ nediebſtahls verſtecken ſollte. Er war im Begriff, ſich zu entfernen, als es an die Thür klopfte und auf des BürgermeiſtersHerein! eine lange, phantaſtiſch gekleidete Geſtalt mit kohlſchwarzem Geſicht in's Zim⸗ mer trat, in welcher Sebaſtian und der Frohn nicht ohne geheimes Grauen ſogleich den Mohren von Venedig erkannten.

Safian wollte ſich bei dieſer grauſigen Erſchei⸗ nung, die ihm das Blut erſtarren machte, durch eine Seitenthür entfernen; aber der Bürgermeiſter, dem ebenfalls nicht wohl zu Muthe wurde, ſprach:Sa⸗ fian, Du bleibſt!

Es iſt nur wegen des Reſpects, entſchuldigte ſich dieſer.

Du bleibſt, entſchied Sebaſtian, und zog ſich hinter ſein Schreibpult zurück.

Ich wollte die Conferenz nicht ſtören, tönte es zaghaft aus Safian's Munde.

Keine Widerrede, Du bleibſt!

Der Frohn mußte gehorchen; doch näherte er ſich ſo viel wie möglich der nach der Hausflur führenden Seitenthür, um nöthigen Falls mit einem Satze aus dem Bereiche des Mohren von Venedig zu ſein.

Der Mohr von Venedig, nachdem er in's Zimmer getreten war, machte eine Verbeugung, wie ſie bei Leuten von hohem Anſtand wahrgenommen wird und flößte dadurch dem Bürgermeiſter etwas mehr Muth und Geiſtesgegenwart ein.

Hab' ich die Ehre, begann endlich der Schwarze in fremdländiſchem Dialecte,den berühmten Staats⸗ mann und Bürgermeiſter von Zuckelhauſen der Mohr ſprachSückelhoſe vor mir zu ſehen?