Teil eines Werkes 
9. Band, Je länger je lieber : Phantasiestücke und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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dieſer räthſelhaften Perſon vor der Hand in Deinen Dienſteifer etwas moderiren.

Aber wenn der Kerl ſeine eigene Frau hat, wie der geſtrenge Herr Bürgermeiſter vorhin be⸗ merkten.

Nur Vermuthung, noch keine Gewißheit. Ve⸗ nedig iſt ein großer Ort, kann es da nicht mehrere Mohren geben?

Allerdings, geſtand Safian zu,ich glaube, wo ſich dieſes Unkraut einmal angeſiedelt, giebt es deſſel⸗ ben wie Sand am Meere. Die Mohren vermehren ſich ſchnell, wie ich mir habe ſagen laſſen. Aber welche Polizeibehörde vermag da den Frauenwürger heraus⸗ zufinden, wenn es ſchlechtweg heißt: der Mohr von Venedig?

Darum Vorſicht, Safian, wiederholte der Bür⸗ germeiſter.Iſt es der Rechte, ſoll er uns nichtentgehen.

Gewiß nicht, betheuerte Safian;ich will ihn ſchon faſſen; wenn der Türkenhund nicht geſteht, wer⸗ den Daumſchrauben angelegt. Gegen Heiden iſt die Folter noch erlaubt, wie ich mir habe ſagen laſſen.

Da haſt Du Dir wieder einmal etwas ſehr Fal⸗ ſches ſagen laſſen, belehrte Sebaſtian,nach der heu⸗ tigen Gerichtsordnung ſind Daumſchrauben in keinem Falle erlaubt.

Wie ſoll man aber der Wahrheit ohne Däum⸗ linge auf die Spur kommen, ſeufzte Safian.Die ſind gewiß auch von den Herren Landſtänden hinweg⸗ disputirt worden. Geprügelt ſoll auch nicht mehr werden. Ein Jammer!

Du gefällſt Dich wieder in Deinen beliebten Ab⸗ ſchweifungen, anſtatt daß Du längſt 1 dem Moh⸗ ren unterwegs ſein ſollteſt.

Safian erkannte die Richtigkeit dieſer Worte und

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