Teil eines Werkes 
9. Band, Je länger je lieber : Phantasiestücke und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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falls Honoratioren einkehren, wenn ſie incognito rei⸗ ſen, das heißt, wenn ſie nicht viel aufgehen laſſen.

Auch da fand ſich der Mohr nicht?

Auch da nicht.

Die Sache wird immer räthſelhafter, geſtand der Bürgermeiſter.

Mir auch, verſetzte Safian.

Die Thorwärter wußten von keinem Mohren, ſprach Sebaſtian.

Nicht?!

Kein Wort!

Dann hat er ſich höchſt wahrſcheinlich weiß an⸗ geſtrichen, rieth der Rathsfrohn,um ſich unkennt⸗ lich zu machen.

Nicht unwahrſcheinlich.

Und hat ein Privatlogis gemiethet, da er weder im gehörnten Ochſen, noch in der bittern Pomeranze aufzufinden.

Ohne Aufenthaltskarte wäre das doppelt ſtraf⸗ bar, rügte Sebaſtian.

Was wäre heutzutage nicht ſtrafbar, moquirte ſich der Frohn;ſie können am jüngſten Gericht nicht mehr ſtrafen als wir; fahre ich nicht wie der Engel Gabriel mit dem feurigen Schwerte umher; aber was hilft's, gehn die Strafgelder ein? Kein Menſch bezahlt.

Wenn wirſt Du Dir Deine Abſchweifungen ab⸗ gewöhnen, Safian, eine Untugend, die ich ſchon ſo oft gerügt habe. Verwende Deine Zeit lieber, des räth⸗ ſelhaften Mohren von Venedig habhaft zu werden.

Safian verſprach, ſich augenblicklich wieder auf die Beine zu machen und nicht eher zu ruhen, als bis er den Kerl kreuzweis geſchloſſen vor den geſtren⸗ gen Herrn Bürgermeiſter gebracht hätte.

Ich habe Dir geſagt, Du ſollſt Dich hinſichtlich