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Der Bürgermeiſter war auf ſeine Thorwärter, und namentlich auf Gottlob ſo aufgebracht, wie die Po⸗ lizei des Feſtlandes auf Koſſuth und Mazzini. Da⸗ her das ſchleunige Bombardement. Der Foliant mit den Strafgeldern fiel auch unmittelbar hinter Gott⸗ loben zur Erde. Es war ſein Glück, daß er mit ſeinem Rücken das Gegentheil eines Katzenbuckels machte und das Rückgrat einzog, ſonſt würde die Schuldenlaſt der Zuckelhauſener Steuerreſtanten direct auf ihn gefallen ſein.
„Iſt ſolche Stupidität erhört worden,“ grollte Sebaſtian für ſich, indem er den Folianten wieder in das Repoſitorium ſchob,„die Zuckelhauſener Hebamme für den Mohren von Venedig anzuſehen!“
Die Thorwächter hatten kaum das gefährliche Ge⸗ mach des Bürgermeiſters verlaſſen, als Safian wieder ſichtbar wurde.
„Im gehörnten Ochſen,“ berichtete dieſer,„können die Mäuſe Kirchweih halten, ſo leer iſt's von Paſſa⸗ gieren. Seit dem Lüneburger Stockfiſchmann hat ſich keine Seele blicken laſſen. Der Strichelius lamen⸗ tirte, daß es einen Stein hätte erbarmen mögen. Er kommt nicht auf den Pacht. Als er von dem Mohre von Venedig hörte, lief ihm das Waſſer im Munde zuſammen. Er meinte, ſolch' ſchwarzes Viehzeng ſähe die Ducaten weniger an, als die getauften Weißlinge. Auch würde er ſich als chriſtlicher Gaſtgeber durchaus kein Gewiſſen machen, einem ſolchen ſchwarzen Hallun⸗ ken das Fell über die Ohren zu ziehen.“
„Zur Sache,“ unterbrach Sebaſtian,„alſo im ge⸗ hörnten Ochſen war der Mohr nicht eingekehrt?“
„Mit keinem Schritte,“ betheuerte der Frohn. „Dann war ich auch,“ fuhr er fort,„in der bittern Pomeranze beim Gaſtwirth Hempel, wo zuweilen eben⸗


