Teil eines Werkes 
9. Band, Je länger je lieber : Phantasiestücke und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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Ein Bischen gilblich blos? Kerl, Du weißt nicht, was Du ſprichſt. Hat man im Leben einen gilbli⸗ chen Mohren geſehen? Was trug er denn auf dem Kopfe? Unbeſtritten etwas Türkiſches, einen Turban?

Bewahre Gott!

Was denn?

Eine Haube!

Jetzt ward's dem geſtrengen Herrn Bürgermeiſter außerm Spaße.

Eſel, ſchrie er,es war doch wenigſtens ein Mann?

Bewahre Gott!

Electoralſtier, wer denn?

Die Munſcheln, die Hebamme die aus der Prießnitzer Pfarre zurückfuhr, wo ſie ein paar Zwil⸗ linge gebracht hatte.

Sebaſtian's Grimm kannte jetzt keine Grenze. Der entrüſtete Bürgermeiſter ſuchte in allen Ecken nach ſeinem ſpaniſchen Rohre. Meißelbach, Gallenbeck und Brandſtrupp, welche die Entdeckungsfahrten ihres Ge⸗ bieters mit den Augen verfolgten, ahnten, nach wel⸗ chem Inſtrumente er umherfahre. Sie hielten es da⸗ her nicht für rathſam, den Moment des Findens ab⸗ zuwarten, ſondern traten nach einer tiefen Verbeugung den Rückzug an, welchem ſich Gottlob inſtinetmäßig anſchloß.

Da Sebaſtian den Spanier trotz alles Suchens nicht fand, und dadurch ſeine Hitze einen um ſo höhern Grad erreichte, ergriff er endlich den großen Folianten, worin die Zuckelhauſener Strafgelder und Steuerre⸗ ſtanten aufgezeichnet ſtanden, und bedrohte die ſich zurückziehende Colonne mit den Worten: Mir aus den Augen, nichtsnutziges Volk! mit einem directen Bombardement.