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Signalement keineswegs mit einem Mohren von Ve⸗ nedig zu vereinbaren war.
Verſtimmt wandte ſich das Oberhaupt der Bürger⸗ ſchaft zu Gallenbeck. Es erfolgte ein gleiches unbe⸗ friedigendes Reſultat.
Sebaſtian ward immer unwirſcher. Die Reihe kam an Brandſtrupp. Auch dieſer wollte von einem Mohren von Venedig nichts geſehen und gehört haben.
Der Bürgermeiſter von Zuckelhauſen hielt jetzt eine Donnerrede an die Thorwärter. Er beſchuldigte ſie der Unaufmerkſamkeit und Nachläſſigkeit in ihrem wichtigen Amte, er drohte mit Abſetzung. Das Wort Abſetzung klang dem Gottlob, dem vierten Wärter, welcher keineswegs in dem Renommée eines Genies ſtand, zu graulich. Er faßte ſich daher ein Herz und ſprach:„Ich hab' ihn geſehen!“
Sebaſtian, welcher in ſeinem Eifer den vierten Norweger ganz überſehen hatte, frug daher raſch: „Wie, den Mohren?“
„Ja, den Mohren,“ erwiederte Gottlob herzhaft.
„Wann traf er ein, gewiß zur Nachtzeit?“
„Ne, am hellerlichten Tage.“
„Unbegreiflich. War er zu Fuß oder zu Pferde?“
„Zu Wagen.“
Der Bürgermeiſter warf hier den andern drei Thorwärtern einen Blick zu, welcher beſagte: da ſeht, ihr nichtsnutzigen Kerle, wie der wegen ſeiner Dumm⸗ heit verſchrieene Gottlob aufpaßt.
„Nur weiter, Gottlob,“ munterte er auf:„ſah der Kerl wirklich ſchwarz aus im Geſicht wie ein Eſſenkehrer.“
„Bewahre Gott,“ ſchüttelte Gottlob.
„Was?— wie war denn die Fratze?“
„Ein Bischen gilblich.“


