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gehörnten Ochſen nicht, ſo eile in die Thore und ci⸗ tire die Thorwärter hierher. Die müſſen Auskunft wiſſen.“
Safian ſetzte ſich dienſtbefliſſen in Trab, während der Bürgermeiſter mit ſorgenvoller Stirn in ſeinem Gemache auf⸗ und abſchritt.
„Das muß wahr ſein,“ begann er nach einiger Zeit ſein Selbſtgeſpräch,„der geplagteſte Mann in der Stadt iſt der Bürgermeiſter. Heute haben wir das liebe Neujahr, und kaum iſt die Sonne aufge⸗ gangen, geht Noth und Sorge an, ereignen ſich Fälle, welche das angeſtrengteſte Nachdenken zur Verzweiflung bringen.“
Fortwährend hielt er dabei die Karte des Mohren in der Hand, den Blick darauf gerichtet.
„Ich begreife nicht, wo das hinaus will,“ fuhr er fort,„ich weiß nicht, was ich denken ſoll. Gra⸗ tulirt mir der Mohr von Venedig zum Neujahr. Ich möchte wiſſen, ob ſo etwas einem deutſchen Bürger⸗ meiſter ſchon widerfahren iſt?“
Nachdem Sebaſtian eine geraume Zeit mit den ſonderbarſten Hypotheſen ob des Mohren von Venedig ſich abgeplagt und ſeinen eigenen Gedanken eine außer⸗ ordentlich umfängliche Conferenz ertheilt hatte, deren Reſultate freilich nicht ſehr ergiebig waren, begann ein gewaltiges Stampfen im Vorgemach. Es waren die vier Thorwächter Meiſelbach, Gallenbeck, Brand⸗ ſtrupp und Geottlob, die, Schnee abſtäubend, der Sa⸗ fian'ſchen Citation Folge leiſteten.
Auf erfolgtes Gebot marſchirten ſie in Colonne vor ihrem Gebieter auf, und das Examen begann.
„Meiſelbach,“ erkundigte ſich Sebaſtian,„wer iſt ſeit geſtern zum Schützenthore einpaſſirt?“
Der Gefragte nannte mehre Perſonen, deren


