welche ich laut nachſprach, vernommen. Indeß griff er zum Hammer. Immer ſehnſüchtiger ſchaute der Graumantel nach dem Hauſe am Garten. Da ſchlug es laut durch die Nacht zehn gewaltige Schläge, dem Verliebten die ſchönſte Stunde ſeines Lebens verkün⸗ dend. Es war ſein erſtes Rendezvvus. Und kaum war der letzte Schlag verklungen, da kniſterte leiſ die Thüre des Hauſes und heraus ſchlüpfte eine weib⸗ liche Geſtalt.
Ich wollte noch weiter obſerviren, aber der Vet⸗ ter zog am Rockſchoße.„Verliebte ſoll man nicht be⸗ lauſchen; komm' zum Thee!“— Der Thee war vor⸗ trefflich, ich ſchonte weder des Arrak noch der Sahne: Mein Vetter hatte für beides geſorgt. Unten im Städtchen war es ſtill geworden und immer mehr er— loſchen die einzelnen Lichtlein in den Häuſern. Nacht⸗ eulen flogen um den Thurm und ſchlugen von Zeit zu Zeit an die Fenſter.„So hoch hab' ich auch noch nicht Thee getrunken,“ ſprach ich,„ Vetter, Ihr ſeid wirklich ein Geſegneter des Herrn. Seinem Himmel ſo nahe und erhaben über die Sünden⸗ge⸗ ſchwängerte Atmoſphäre, in blauen, reinen Lüften, in heiliger Höhe gleicht Euer Leben dem reinen Klange Euerer Glocke.
„Wo aber jetzt hin?“ fuhr ich nach einer Pauſe fort, als die eilfte Stunde nahete.—„Es iſt Alles todt und finſter rings umher!“— Der Vetter be⸗ zeichnete mir eine Richtung, und bald entdeckte ich in einem ſehr verſteckten Hintergebäude ein erleuchtetes Fenſter. Ich konnte die Perſonen im Zimmer deut⸗ lich erkennen. Es befand ſich eine zahlreiche Geſell⸗ ſchaft daſelbſt, die theils ſitzend, theils ſtehend um eine grüne Tafel gruppirt war, worauf ein großer Gold⸗ und Silberhaufen lag.—„Der ſchöne blaſſe


