Teil eines Werkes 
9. Band, Je länger je lieber : Phantasiestücke und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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jetzt nicht länger verweigert und die Glücklichen flo⸗ gen aus einander. Immer ſtiller ward es auf den Straßen. Mein Vetter kochte Thee und fragte, ob ich ſchläfrig ſei? Gut, ſprach er, als ich verneinte, bis Mitternacht müßte ausgehalten werden. Dann ginge er auch zu Reſte und der Vicar käme daran.

Es ging ſtark auf zehn Uhr. Vor einem klei⸗ nen Gärtchen, an welches ein Wohnhaus grenste, ging ſchon ſeit geraumer Zeit eine Geſtalt, tief in den Mantel gehüllt, ungeduldig auf und ab. Schon wieder etwas Verliebtes, ſprach ich— ja es darf nur finſter werden, geht der Teufel los.

Ich machte es nicht anders, meinte der Vetter. Ich wollte mich verantworten, aber die dunkle Geſtalt zog meine Aufmerkſamkeit auf ſich. Es war mir, als könnte ich ihre Worte vernehmen durch die ſtille Nacht: Und ſo lebe ich wirklich und denke? Und es iſt Wahrheit? Und will kommen, wirklich kommen, der Gedanke meiner Tage, meiner Nächte?— Rein, es iſt kein Traum, Sterne, Sterne, es iſt kein Traum, das ſind die lieben, theueren Züge.— Er drückte ein Briefchen mit Inbrunſt an ſeine Bruſt. Harre meiner mit dem zehnten Schlage der Geno⸗ veva⸗Glocke.— Das war ja niemand anders als die große Trommel meines Vetters. Der Grauman⸗ tel ſtreckte ſeine Arme nach uns herauf. Er wollte wahrſcheinlich meinen Vetter beſchwören, loszuorgeln. Und als dieſer nicht ſogleich Anſtalt traf, war mir es wieder, als vernähme ich die Stimme des Ver⸗ liebten: O, daß der Erdball in meiner Hand ruhte und ich den Lauf der trägen Stunden beflügeln könnte. Rollendes Zeitrad, daß ich in deine Speichen greifen und dich beeilen könnte zum erſehnten Ziel!—„Das wäre mir!“ brummte mein Vetter, der dieſe Worte,