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„Was kommt nun Merkwürdiges?“ fragte ich, als es ſtark auf ſechs Uhr ging. Der Vetter erwiederte, daß mir diesmal der Dollond nichts helfen könne, daß ich mich blos auf meine Phantaſie verlaſſen müſſe, da die Scene in einer Loge des Theaters ſpiele. Er wollte mir nur bemerklich machen, daß um ſechs Uhr die Ouverture zur neuen Oper beginne, welche heut als das erſte Opus meines Freundes Eberhard zur Aufführung komme. Ich ſchlug mich vor die Stirne und ärgerte mich, das Theater verpaßt zu haben, konnte mir aber die Lage meines Freundes wohl ver⸗ gegenwärtigen und beſchrieb ſie meinem Vetter fol⸗ gendermaßen:
„Es iſt dreiviertel vorüber, Parterre und Logen ſind gedrängt voll. Kein Apfel kann zur Erde. Die Lampen flammen, die Muſiker beginnen die Inſtru⸗ mente zu ſtimmen. In der dunkelſten Ecke der Loge Nr. 9 ſitzt Freund Eberhard. Sein Herz pulſirt im⸗ mer erwartungsvoller. Er verwendet keinen Blick vom Orcheſter. Er ſieht, wie die Stimmen, die er in Himmelsbegeiſterung niedergeſchrieben, vertheilt werden. Hier und da hört er ſeinen Namen flüſtern. Er drückt ſich tiefer in die Ecke— da— da, lieber Vetter, ſchlägſt Du los.(Ich war ſo in meine De⸗ clamation vertieft, daß ich nicht vernommen, wie ſich mein Vetter davon geſchlichen und jetzt wirklich los⸗ ſchlug.) Da tritt der Kapellmeiſter herein, nimmt Platz auf ſeinem erhöhten Sitze vor dem Pianoforte. Eine Todtenſtille ruht über dem Publikum. Er er⸗ greift den papiernen Commandoſtab, überblickt noch ein Mal ſein kampfbereites Heer und losbricht die prachtvolle Ouverture in donnernden gewaltigen Ae⸗ corden. Mein Vetter, der jetzt zurückkehrte, meinte, er glaube, daß es wohl ſo hergegangen ſein möge,
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