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das andere Mal:„Welch mächtiger Mann iſt mein Vetter!“—
Es war gerade zwölf Stunden ſpäter als heute Morgen, als ich mich im Thurnſchlott wieder hin⸗ aufgriff, um die Macht meines Vetters auch in den Abendſtunden kennen zu lernen, wie ich ſie in denen des Morgens kennen gelernt hatte. Es war ein hei⸗ terer ſtiller Nachmittag, die Sonne lag mit ruhender Liebe auf den Fluren. Fröhliche Gruppen wandelten hinaus vor's Thor in die duftende Landſchaft. Mein Vetter brauete Kaffee. Ich putzte an den Gläſern des Dollond. Die fünfte Stunde nahte.„Guck' dort hin!“ ſprach mein Vetter.
Der Examinand trat in's Examenzimmer. In fünf Minuten ſollten die Examinatoren hereintreten und der Teufel losgehen. Da ſaß er denn, ein le⸗ bendiges Corpus juris, mit klopfendem Herzen, des Augenblickes gewärtig, wo die Examinatoren ihm nachſchlügen. Aber wo? Das war die Frage. Wo hineinfahren, daran hing Tod und Leben. Es gab viele leere und unleſerliche Stellen. Das wußte der Examinand in ſeiner Angſt nur zu wohl. Da keilte mein Vetter los. Eiſig rieſelte es dem Candidat durch
Mark und Bein— die Thüre öffnete ſich und ſchwarz, mit ernſten feierlichen Geſichtern traten die Fakulti⸗ ſten in's Zimmer.— Meinem Vetter war die Schwu⸗
lität des Examinanden nicht recht begreiflich. Da war ich an meinem Platze und ertheilte ihm ein klei⸗ nes Privatiſſimum über die edle juris prudentia, wie die Leute nach römiſchem, longobardiſchem, kanoni⸗ ſchem, feudaliſtiſchem, germaniſchem Rechte ſich heira⸗ theten, daß ihm alsbald der Kopf zu wirbeln begann und er geſtand, nicht in der Haut des armen Exa⸗ minanden ſtecken zu mögen.


