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ntging ihm nicht. Er war kein Held in den alten Claſſikern und der Conrector ihm in specie nicht grün. Seine Zähne wirbelten Generalmarſch. Es war Alles zu fürchten— es ſtand Alles auf dem Spiele. Jetzt las der Vordermann bis zum nächſten Punktum. Der folgende Satz war ihm beſchieden. Er ſuchte ſich zu faſſen, ſich vorzubereiten, aber die Buchſtaben liefen wie Ameiſen durch einander. Da⸗ zu ward der Conrector immer wilder. Der unglück⸗ liche Expectant ſah aller Augenblicke verſtohlen nach ſeiner Taſchenuhr. Es konnte gar nicht viel fehlen am Schlage, aber obgleich Alles um ihn herumtanzte, der Zeiger ſeiner Uhr nicht, der ſtand wie angenagelt. Jetzt ſtand ſein Vordermann beim letzten Verſe. Nur eine etwas verwickelte Conſtruction machte noch zu ſchaffen. Jetzt ſchien ſich auch dieſe zu löſen. Wehe, ſie kam zu Stande. Schon ſetzte ſich der Nachbar, ſchon faßte das arme Sündergeſicht convulſiviſch nach dem Ovid, ſchon ſetzten ſich ſeine Kniemuskeln in Be⸗ wegung zum Aufſtehen, ſchon öffnete ſich die zitternde Lippe zum Leſen— himmliſcher Vetter, da paukteſt Du los und eine Centnerlaſt wälzte ſich von des Ar⸗ men Bruſt.—„Das nächſte Mal weiter!“ decretirte der Conrector und ſchlug den Ovid zu. Der befreite Tertianer aber holte tief, tief Athem, dankte dem Himmel und allen Heiligen und vor Allem meinem Vetter, und lärmend polterte die Conrectur⸗loſe Klaſſe über Tiſche und Bänke.
Ich aber wünſchte meinem Vetter eine geſegnete Mahlzeit und polterte ebenfalls die Thurmtreppe hin⸗ ab mit dem heiligen Verſprechen, mich vor fünf Uhr pünktlich wieder einzuſtellen. Es gäbe noch Man⸗ ches, meinte der Thürmer. Ich aber war noch ganz betäubt von alle dem Geſchauten und rief ein über
Stolle, ſämmtl. Schriften. X. 2


