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Urtheile über die Haartvuren befreundeter Nachbarin⸗ nen einfließen zu laſſen.
Nach ſolch wohlberechnetem Manöver erwartete er ruhig den Stundenſchlag. Mein Vetter ſchlug los— die Kataſtrophe ging glücklich vorüber. Nur ein klei⸗ ner Ruck erfolgte und die ſcheltende Klappermühle des Mundes gerieth eine Zeit lang in Bewegung.
„Der Lafleur iſt ein Tauſendſaſa!“ ſprach ich; der Vetter aber machte mich nach einer Stunde auf ein kleines dürftiges Stübchen in einer Gaſſe der Vorſtadt aufmerkſam, das mit Blumen und Laubguirlanden reichlich geſchmückt war.
Ich richtete den Dollond nach dem vom Vetter angedeuteten Stübchen. Mehre Knaben und Mädchen liefen in froher, haſtiger Erwartung durch einander und guckten fortwährend mit freudeſtrahlenden und ſehnenden Blicken herauf zum Thurm; bald eilten ſie wieder zur Mutter, die mit gefalteten Händen, wie betend, auf einem Seſſel ſaß, und herzten und küß⸗ ten dieſelbe.
„Aber, beſtes Vetterchen, was iſt denn das für ein kleines Himmelsfe eſ da unten? Die guten Kinder⸗ chen lauern wohl auf die Zehn?“
Der Vetter nickte und ſprach:„Mit dem zehnten Glockenſchlage erhalten die Waiſen ihren Vater und die Wittwe ihren Gatten wieder, der drei Monate lang unverſchuldeter Weiſe im Gefängniß ſchmachtete. Geſtern ward er auf das Ehrenvollſte vom Gericht freigeſprochen und ſobald ich losſchlage, öffnet ſich die Kerkerthür und wir feiern ein kleines Auferſtehungs⸗ feſt.“— Bei dieſen Worten faßte ich convulſiviſch den Hammer und wollte hinaus.— Der Vetter aber hielt mich kräftig am Arme und ſchalt und ſtellte ſich ſo erboſt als möglich. Ich wäre ein leichtſinniger Bur⸗


