Teil eines Werkes 
9. Band, Je länger je lieber : Phantasiestücke und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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Ich möchte er nicht ſein entgegnete gelaſſen der Vetter.

Wer?

Der Friſeur.

Wie ſo?

Der Vetter erklärte:' iſt eine Gevatterſchaft beim reichen Lachshändler. Die Bretzel will brilli⸗ ren, die Mitgevatterin vernichten, die Freßgevatterin⸗ nen oben drein. Nun holt der Teufel den Lafleur. Schon um acht Uhr ſollte er da ſein. Halb zehn iſt die Beſcheerung.

Bereits war die ganze Bäckerwerkſtatt ausgeleert und fungirte als galoppirende Staffetten nach dem Haarkräusler. Der Cabinetbefehl lautete dietatvriſch: todt oder lebendig! Frau Bretzel im obern Geſtock, ein zweiter Philipp, auf⸗ und abſteigend, achtete kei⸗ nen Vertrag der Nationen mehr. Durch ſolche außer⸗ ordentliche Maßregeln war es auch endlich gelungen, des Lafleur habhaft zu werden. Zwei blaue Bäcker⸗ geſellen escortirten ihn ſo eben zum großherrlichen Palaſt. Der Friſeur wehrte ſich verzweifelt. Er mochte als freier Pariſer von einer Escorte durchaus nichts wiſſen und focht mit dem Brenneiſen meiſter⸗ haft gegen die mehlſtäubenden Blauärmel, um ſie in reſpectvoller Entfernung zu halten.

Wie jedem ſchweren Gewitter eine drückende Stille vorhergeht, ſo auch dieſem. In der Bretzel kochte es, aber ſie ſchwieg; Lafleur auch und brachte ſeine Präparate in Ordnung. Nach wenig Minuten war das Unwetter da. Lafleur ertrug es als Mann. Er arbeitete wie ein Faſchinenfechter mit kühlem Blute mitten im Feuer. Als das Toben nicht nachließ, ſo erkannte der Haarkräusler, daß der immer weiter rückende Zeiger der Stutzuhr, auf welchen die Blicke