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Halſe herab. Das eine Händchen hatte die Bürde der Daunen von der ſanft athmenden Lilienbruſt ge⸗ drängt und auf dem andern ſchlummerte das ſüße Haupt dem holdeſten Erwachen entgegen.
„Ich will ſie zu ihrem ſchönſten Tage erwecken!“ ſprach mein Vetter, ging hinaus und verkündete die ſechſte Stunde.
Beim ſechſten Schlage erwachte die liebliche Schlä⸗ ferin. Zwei Veilchen blühten freundlich auf und ſie ſtrich ſich die ungehorſamen Locken aus dem Geſicht. Da trat die Mutter herein und ſetzte ſich zu ihr an's Bett. Weinend ſanken ſich die Liebenden in die Arme. Es war der Hochzeittag Paulinens.
„Guck' dort hin!“ ſprach nach einer Stunde mein Vetter.
Die Morgenſonne ſtand bereits eine Hand breit über den Bergen. Aus dem nahen Dorfe kam eine ganze Familie, Alt und Jung, Männer und Frauen. Es waren Landleute. Inmitten ſchritt ein junger ſchlanker Burſche, einen Wanderſtab in der Hand, ein Ränzlein auf dem Rücken und ſtellte ſich heiter und wohlgemuth; aber die Begleiter waren gar traurig und die Begleiterinnen weinten. Man gelangte zu dem einzeln ſtehenden Gaſthauſe unweit des Dorfes. Hier hielt der Zug und nahm Platz an dem Tiſche im Grünen. Die Aufwärter brachten Wein und Spei⸗ ſen. Es ward oft angeſtoßen, aber manche Thräne fiel in die Gläſer. Nach einer Weile ſprach mein Vetter:„was hilft das lange Bechern und Jammern, geſchieden muß ſein. Ohne Trennung kein Wieder⸗ ſehen.“ Er ging hinaus und ſchlug an die Glocke. Kaum klangen die ſieben Schläge hinaus— da brach die Geſellſchaft auf und der Jammer erreichte den höchſten Grad und die Thränen floſſen reichlicher.


