Teil eines Werkes 
9. Band, Je länger je lieber : Phantasiestücke und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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ſich die Hoffnungen, Befürchtungen und Berechnungen⸗ während deſſen der Novemberſturm immer ſchauerlicher draußen am Thurme rüttelt und die Wetterfahne un⸗ unterbrochen ihr einſames Lied ſchrillt. Dort unten tief in der Nacht liegt die Stadt, kaum daß das Licht⸗ lein einer einſamen Laterne zuweilen ſchwach heraufblickt.

Romantiſches Futter. Ein Novelliſt könnte ſich hier ordentlich auf die Maſt legen, und ich rathe es Jedem, einmal ein paar Püffe nicht anzuſehen und dem Calcanten nachzufahren im Thurmſchlott. Es müßte eine Pracht⸗Novelle werden und der Almanach könnte ſich gratuliren, der ſie bekäme. Ich glaube, mein Vetter ſchaffte ſich ſelbſt ein Exemplar an und der Calcante desgleichen, denn es lieſt ſich gern Je⸗ dermann gedruckt.

Eines Abends aber hat ſich Letzterer verſpätet und iſt ſpäter hinabgefahren nach der Unterwelt und mein Vetter hat es verſchlafen am andern Morgen, ſo daß, als er erwachte, der Winter gekommen war im weißen Kleide. Dann ſitzt der Thürmer mehre Monden wie der Matroſe im Maſtkorbe. Rings, ſo weit der Blick reicht, nichts als Himmel und Schnee. Doch ich will ja nicht die Biographie meines Vetters ſchrei⸗ ben, ſondern meine eigenen Beobachtungen, die ich auf dem Thurme in wenig Stunden gemacht, um meines Vetters Macht den Ungläubigen vor Augen zu führen.

Die Dämmerung rang mit der Morgenröthe, als ich, meinem Verſprechen gemäß, aufwärts kletterte. Ein herzlicher guter Morgen, ein biederer Händedruck und ein würziger Kaffee erwartete und ſtärkte mich. Ruhig lag die Stadt zu unſeren Füßen.Guck dort hin! ſprach mein Vetter, und ich richtete das Fernglas nach der bezeichneten Stelle. Das letzte