Teil eines Werkes 
8. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 3. Theil (1853)
Entstehung
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fürſtlichen Rath Herrn Willer und ſeine Tochter EClara, welche er zugleich als Verlobte erklärte.

Unter Paukenwirbel, unter Schmettern der Trom⸗ peten und Donner der im Schloßparke aufgeſtellten Böller empfing das glückliche Brautpaar die Glückwün⸗ ſche der zahlreich verſammelten Gäſte und vor Allen des alten Generals Kirchner und des Hofcommiſſair Eccarius.

Die Hochzeit ward auf den glücklichen Tag an⸗ geſetzt, an welchem vor einem Jahre die Nachricht von dem gewonnenen Prozeſſe eingelaufen war.

So ſah denn Willer den kühnſten ſeiner Erden⸗ wünſche erfüllt und lieferte zugleich den Beweis, wie heutzutage das Talent ſein Glück machen kann, phne durch hohe Geburt begünſtigt zu ſein, und ohne ſei⸗ nen Freimuth verleugnen zu dürfen.

Der glückliche Gatte lebte ſeit ſeiner Vermählung wieder in der Reſidenz an der Seite ſeines angebe⸗ teten Weibes, in treuer Erfüllung ſeines eben ſo ehrenvollen wie ſegensreichen Berufes ziemlich ent⸗ fernt vom Geräuſche der großen Welt, ſeine wahre Zufriedenheit nur in ſtiller Häuslichkeit und im Vereine weniger gleichgeſtimmter Freunde ſuchend und findend.

Die Familie Löwenſtern, um der geliebten, einzigen Tochter ſo nahe wie möglich zu ſein, hat ſich ſpäter gleichfalls nach der Hauptſtadt übergeſiedelt.

Ungefähr ein Jahr nach Willer's Vermählung ſtarb zum Bedauern Aller, die ihn kannten, ſein treuer Freund, der alte, wackere General Kirchner, welchem das Glück des jungen Paares ſeine letzten Lebensjahre wahrhaft erfreut hatte. Er ward eines Morgens ſanft entſchlafen in ſeinem Bette gefunden.

Der Hofeommiſſair, welcher die Hoffnung längſt aufgegeben hatte, Willer'n als Advocaten in Neukir⸗ chen prakticiren zu ſehen, und dem es namentlich nach des Generals Tode wahrhaft einſam in dem Werla⸗