Teil eines Werkes 
8. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 3. Theil (1853)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

.

199

Grund zu Kappler's Todesgedanken ſein möchte. Er ließ nicht nach; und wie ſchwer es auch dem Spor⸗ telſchreiber ankam, ſo ſah er ſich endlich gezwungen, die ganze unſelige Geſchichte mit Langſchädel dem Hofcyommiſſair mitzutheilen.

Als er zu Ende war, blieb letzterer ſt nahm eine ſehr ernſte Haltung an.

Wie? frug er in ſtrengem, rügeßit iſt das ein Benehmen eines religiöſen Männes, wie Sie ſein wollen? hat Ihnen Ihre Relislon ſo wenig Vertrauen zu Gott und ſo wenig Kraft verliehen, daß Sie ob eines irdiſchen Mißgeſchicks, einer irdi⸗ ſchen Prüfung ſogleich verzweifeln, und ein Vergehen durch ein Verbrechen ſühnen wollen? Hatten Sie ſo wenig Vertrauen zu den Menſchen und namentlich zu mir, daß Sie ſich in Ihrer Noth nicht zu ent⸗ decken wagten? Ei ei, mein guter Kappler, auf welch' ſchlimmen Wegen wandeln Sie? Der wahre Chriſt, der tren am Glauben auf Gottes Liebe und Barm⸗ herzigkeit hält, wird nicht gleich in dem Grade ver⸗ zweifeln, daß er den Kopf verliert. Da können Sie ſehen, wie der beſte Menſch in Gefahr läuft zu ſtraucheln, ſobald das Mißgeſchick einigermaßen ſchwer über ihn hereinbricht. Kommen Sie mit zu mir; ich werde Ihnen die achtzig Thaler ſo lange vor⸗ ſchießen, bis Ihnen Langſchädel dieſe Summe zurück⸗ zahlt. Sie verdienten, daß ich Ihnen noch tüchtig und derb den Text läſe, weniger weil Sie ſo ſchwach waren, dem Lientnant von anvertrauten Geldern zu leihen, ſondern weil Sie ſo wenig Vertrquen zu mir hatten, gleich den Kopf verloren und gar im Begriff ſtanden, ein Verbrechen zu begehen, das auf Erden nicht wieder gut zu machen iſt. Zugleich erſehen Sie daraus, indem ich Ihnen gerade jetzt begegnete, wie nachſichtig die Vorſehung mit ihren Kindern umgeht,