Teil eines Werkes 
8. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 3. Theil (1853)
Entstehung
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lung an der Menſchheit, brach dermaßen über den armen Mann herein, daß er am ganzen Körper wie gelähmt war und nur mit Mühe Schritt für Schritt ſich langſam vorwärts zu bewegen vermochte. Er ſchlich den Tod im Herzen ein Stück die Promenade entlang, aber war ſo ſchwach, daß er ſich endlich auf eine Bank ſetzen mußte. Er redete ſich ein, ge⸗ träumt zu haben, und daß die Erſcheinung Langſchä⸗ del's ein Trugbild der Hölle geweſen, aber dieſer Selbſtbetrug hielt nicht lange wieder. Der Gedanke, als Kaſſendefraudant in Unterſuchung zu kommen und vor Gericht geſtellt zu werden, ſeine Ehre, ſein Amt, ſein Brod mit einem Schlage zu verlieren, trat im⸗ mer lebhafter vor ſein erſchüttertes, verzweifeltes Ge⸗ müth, und war mehr, als der ängſtliche, gewiſſenhafte Mann zu ertragen vermochte. Obſchon einige Ge⸗ wiſſensſerupel in ſeinem frommen, chriſtlichen Ge⸗ müthe aufſtiegen, ſo war und blieb der Tod in den Wellen der Werla ſein einziger Retter und Befreier von ſeinen namenloſen Leiden.

Ja, der unglückliche Kappler, wie ſehr er früher gegen den Selbſtmord mit unantaſtbaren Gründen und vieler Würde geeifert, fühlte in ſich nicht die erfor⸗ derliche moraliſche Kraft, ſo außerordentlichem Un⸗ glück kühn die Spitze zu bieten. Der Selbſtmord blieb bei ihm feſt beſchloſſen.

Auf den Thürmen der Stadt hatte es bereits die zweite Stunde des Nachmittags geſchlagen, welche ihn auf die Expedition rief; aber an das Stadtgericht dachte er mit Entſetzen.

Gott möge mir vergeben, ſprach der Unglückliche, wenn ich vielleicht ein paar Jahre früher komme, als mir beſchieden; aber als ehrloſer Mann kann ich nicht länger leben. Das wird mir auch keine chriſt⸗ liche Seele verdenken. Es iſt ein bitterer Kelch;