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Stunde muß ich auf's Stadtgericht und brauche das Geld.“
Endlich ſchlug es drei Viertel auf zwei. Jetzt blieb dem geplagten Sportelſchreiber nichts übrig, als ſelbſt ſich zu Langſchädeln zu begeben und das Dar⸗ lehn zu holen. Voller Angſt machte er ſich auf den Weg nach der Brückenzollgeldereinnahme. In einer weniger ängſtlichen Angelegenheit würde ihm dieſer Gang ſehr ſüß vorgekommen ſein, denn er führte ihn ja in die größte Nähe der angebeteten Nichte. Heute ward ihm aber dieſer Roſenpfad verbittert.
Kappler war nicht allzuweit von dem Ziele ſeiner Wanderung, als ihm in großer Haſt Langſchädel in den Weg lief.
„Gott ſei Dank,“ ſprach Kappler, ſich den Angſt⸗ ſchweiß von der Stirn trocknend,„daß ich Sie end⸗ lich treffe; wie auf Kohlen habe ich geſeſſen. Sie wollen gewiß zu mir?“
„Mein charmanter Freund,“ erwiederte Langſchä⸗ del mit unſicherer Stimme,„ich muß Ihnen ein of⸗ fenherziges Geſtändniß thun—
„Nun, nun,“ drängte der Sportelſchreiber,„hat Ihre Kaſſe bei der Reviſion nicht vollkommen ge⸗ ſtimmt? Ja, das iſt eine böſe Sache, die einem ſchwer im Kopfe herumgeht, oft wegen weniger Groſchen.“.
„Ach, mit meiner Kaſſe möchte es ſein,“ erwie⸗ derte der Lieutnant,„die Unterſuchungsbehörde iſt be⸗ reits wieder abgereiſt, ohne nachgefragt zu haben, aber ich kann Ihnen Ihre achtzig Thaler für den Augenblick nicht wiedergeben.“
Kappler glaubte nicht recht gehört zu haben und frug blos:„Wie meinen Sie?“
„Ich ließ mich vom Teufel blenden,“ fuhr der gewiſſenloſe Langſchädel fort,„und wollte mein Glück im Pharao verſuchen, da ging das Geld bis auf we⸗


