Teil eines Werkes 
8. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 3. Theil (1853)
Entstehung
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überantwortet hatte, zuſammenbringen? Die ganze Sportelkaſſe betrug keine dreihundert Thaler. Wenn doch nur der Steuereinnehmer wenigſtens bis Nach⸗ mittags gewartet hätte. Da hatte Langſchädel be⸗ zahlt, und Alles war in Ordnung. So mußte aber alles Unglück über dem Haupte des unglücklichen Spor⸗ telſchreibers zuſammenbrechen.

Allgerechter, ſtammelte er, vernichtet auf ſeinen Seſſel zurückſinkend,du ſtrafſt den Miſſethäter ge⸗ recht, aber hart. Der Unglückliche war ſo ergriffen, daß er kaum ein Glied zu rühren vermochte. Kein Ausweg, kein Rettungsſtrahl zeigte ſich in dem un⸗ beſchreiblichen Unglück.

So ſaß der Sportelſchreiber, einem Steinbilde nicht unähnlich, eine geraume Zeit ſtarr und unbeweglich, als, um das Maaß ſeiner Leiden vollzumachen, der Steuereinnehmer erſchien, unfehlbar, um die zwei⸗ hundertfunfzig Thaler in Empfang zu nehmen.

Doch, wenn die Noth am größten, iſt Gottes Hülfe am nächſten, ein eben ſo altes als wahres Sprichwort. Der Steuereinnehmer erklärte, daß er die bewußte Summe erſt heute Nachmittag durch ſei⸗ nen Expedienten werde abholen laſſen. Zugleich bat er, wenn es möglich wäre, um gute Münzſorten. Kappler war gerettet. So nahe am Abgrunde hatte ihn eine gütige Vorſehung zurückgezogen. Als ſich der Steuereinnehmer, nachdem er dem Sportelſchrei⸗ ber wegen deſſen bleichen Ausſehens noch einige diä⸗ tetiſche Regeln ertheilt, wieder entfernt hatte, rollten ob der unverhofften Rettung ſtille Thränen über Kappler's Wangen. Er dankte Gott inbrünſtiglich für die Prüfung, war ſie auch noch ſo herbe geweſen. Er hielt ſie für die gerechte Strafe ſeiner Pflichtver⸗ letzung. Sie ſollte ihm zugleich eine Warnung ſein,