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anderthalb Stunden verſtrichen. Sobald auch dieſe überſtanden waren, hoffte der Sportelſchreiber, daß er gerettet ſei. Denn ſogleich nach Tiſche brachte Lang⸗ ſchädel die achtzig Thaler und Kappler konnte ſie un⸗ bemerkt der Sportelkaſſe wieder einverleiben.
Schon athmete Kappler etwas leichter, da eine Viertelſtunde nach der andern verſtrich und ihn der Erlöſung näher brachte. Auf dem Rathhausthurme ſchlug es bereits eilf Uhr; wenn die Verhandlungen mit den Parteien nur noch ein Stündchen währten, war er gerettet. Noch nie in ſeinem Leben hatte der Sportelſchreiber ſo oft nach ſeiner Taſchenuhr geſehen wie heute, und noch nie war ihm der Zeiger ſo lang⸗ ſam vorgerückt wie diesmal. Er ſtand wie angena⸗ gelt, ſo daß Kappler wiederholt die Uhr an's Ohr hielt, um ſich zu überzengen, ob ſie noch gehe.
Er war eben im Begriff, ſeinen corpulenten Zeit⸗ meſſer in das ihm beſtimmte. Futteral zu verſenker als der Stadtrichter erſchien und aus ſeinem Munde folgende verhängnißvolle Worte vernehmbar wurden:
„Bald hätt ich's vergeſſen, Kappler, der Steuer⸗ einnebmer hat mir geſchrieben, er braucht dieſen Vor⸗ mittag noch zweihundertfunfzig Thaler; ſäumen Sie nicht, dieſe Summe ſogleich zurecht zu machen.“
Kleinſimon eilte nach dieſer Rede zu den Parteien zurück. Kappler aber ſaß eine Zeit lang wie vom Schlage gerührt.
So war denn ſein Unglück für dieſe Welt ent⸗ ſchieden. Trotz dem, daß er durch ſeine beängſtigen⸗ den Ahnungen auf dieſen Himmelseinſturz gefaßt ge⸗ weſen, ſo war doch die Gewißheit, die nicht die ge⸗ ringſte Hoffnung mehr zuließ, fürchterlicher denn Alles. Zweihundertfunfzig Thaler! Wie wollte er dieſe Summe bei den fehlenden achtig Thalern, die er Langſchädeln
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