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guten Rath,„es iſt jetzt ungeſund Wetter, es liegen viele Leute.“
„Will mich ſchon halten,“ tröſtete der Sportel⸗ ſchreiber und ſtieg halbtodt die Rathhaustreppe empor nach dem Stadtgericht.
Als er die Expedition betrat, war Kapplern, wie er ſpäter geſtand, accurat zu Muthe, als ſolle er ge⸗ köpft werden. Er nahm unter Fieberfroſt ſeinen ge⸗ wohnten Platz und wagte kaum einen Blick nach dem Actuarius zu werfen, welcher bereits ſchreibend am Pulte ſaß.
Endlich erſchien der Stadtrichter; er ging ge⸗ wohnter Weiſe mit einem kurzen Gruße beim Spor⸗ telſchreiber vorüber. Kappler fuhr grüßend von ſei⸗ nem Stuhle empor. Kleinſimon fand in der despera⸗ ten Devotion des Sportelſchreibers nichts Ungewöhn⸗ liches; er bemerkte daher auch deſſen aufgeregten Zu⸗ ſtand nicht.
Eine tödtliche Stunde verſtrich. Obſchon ſonſt der Actuar wie der Stadtrichter oft bei Kapplern bald nach dieſem, bald nach jenem ſich zu erkundigen pflegten, ſo fiel doch diesmal zufällig nichts vor, was einer Anfrage bedurft hätte. Der Sportelſchreiber, welcher dies für ein höchſt böſes Zeichen hielt, glaubte ſich ſchon verrathen. Zugleich pries er jedoch auch ſein Glück, daß er mit Nachfragen verſchont blieb; denn dem Frager mußte ſein fieberhafter Zuſtand ſo⸗ gleich klar werden.
Es erſchienen einige Parteien, welche bald die Thätigkeit Kleinſimon's, bald die des Actuars in An⸗ ſpruch nahmen. Kappler wünſchte, ganz Neukirchen läge heut mit einander in Prozeß und verhandle ſeine Sache auf dem Stadtgericht.
So war der verhängnißvolle Vormittag bis auf


